Der Fahrer Darek wollte mit seiner Aktion auf die aus seiner Sicht widersprüchlichen Regeln aufmerksam machen. „Im Rahmen des Protests, aber auch als Unterstützung für Kollegen, von denen ich weiß, dass sie eine andere sexuelle Identität haben, habe ich einfach einen Rock angezogen“, sagte er im Polnischen Rundfunk.
Der dunkelblaue, knielange Rock entsprach nach seinen Angaben den geltenden Vorgaben. Bei einer Kontrolle wurde der Fahrer dennoch beanstandet. Sein Arbeitgeber erhielt daraufhin eine Geldstrafe von 250 Złoty. Begründet wurde dies damit, dass er als Mann lange Hosen tragen müsse.
Der Fahrer will die Strafe nicht bezahlen.
Auch eine Kollegin kritisiert die Regelung. Frauen dürften im Busdienst Röcke tragen, sagte Anna Partyka. Sie selbst besitze zwei dunkelblaue Röcke. „Gerade deshalb ist es merkwürdig, dass Männer keine kurzen Hosen tragen dürfen“, sagte sie.
Für die Busfahrer geht es dabei auch um die Arbeitsbedingungen bei großer Hitze. Sie verbringen nach Angaben der Beschäftigten bis zu neun oder zehn Stunden am Steuer. Darek warnt vor möglichen gesundheitlichen Folgen: „Wenn wir überhitzt sind oder einen Hitzschlag bekommen, dann weiß man, was passiert.“
Partyka fordert deshalb mehr Wahlfreiheit bei der Dienstkleidung. Mitarbeiter sollten ihrer Ansicht nach zwischen langen und kurzen Hosen sowie einem Rock wählen können, solange die grundlegenden Anforderungen an die Arbeitskleidung eingehalten werden.
IAR/jc