Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

Zwangsrekrutiert für Russland: 22-jähriger Afrikaner berichtet von der Front

13.08.2026 10:00
Ein 22-jähriger Mann aus Äquatorialguinea ist nach eigenen Angaben zwangsweise für die russischen Streitkräfte rekrutiert und an die Front in der Ukraine geschickt worden. Nach fast zwei Monaten unter extremen Bedingungen gelang ihm mit Unterstützung der Botschaft seines Landes die Flucht aus Russland. Über seine Erlebnisse berichtete er der Nachrichtenagentur AFP.
Francis Ndungu Ndarua in russischer Uniform an der Front.
Francis Ndung'u Ndarua in russischer Uniform an der Front. fot. Francis Ndung'u Ndarua

Der ehemalige Informatikstudent Nchama war demnach Ende 2025 nach Russland gereist, nachdem ihm ein Kameruner namens Fabrice eine militärische Ausbildung und anschließend eine Tätigkeit als persönlicher Leibwächter in Aussicht gestellt hatte. Bei seiner Ankunft seien ihm und anderen afrikanischen Rekruten Dokumente auf Russisch zur Unterschrift vorgelegt worden.

Als Nchama versucht habe, die Dokumente mit seinem Mobiltelefon zu übersetzen, habe ein russischer Soldat demonstrativ eine Waffe auf den Tisch gelegt. „Das war eine Drohung. Wir mussten unterschreiben“, sagte der 22-Jährige AFP zufolge.

Anschließend seien den Rekruten die Pässe abgenommen und nicht zurückgegeben worden. Nach rund zwei Wochen Grundausbildung sei die Gruppe entgegen der ursprünglichen Zusage von acht Monaten Ausbildung in die Ukraine verlegt worden. Unter den Rekruten seien neben Kolumbianern zahlreiche Afrikaner gewesen, darunter Männer aus Kamerun, Nigeria und Libyen.

Nach Angaben ukrainischer Behörden wurden bislang rund 1800 Afrikaner für die russischen Streitkräfte angeworben. Die investigative Gruppe All Eyes on Wagner veröffentlichte im Februar die Namen von 1417 Afrikanern, die zwischen Januar 2023 und September 2025 von Russland für den Krieg in der Ukraine rekrutiert worden sein sollen. Mehr als 300 von ihnen seien getötet worden. Die meisten stammten aus Ägypten, Kamerun und Ghana.

Nchama schilderte gegenüber AFP auch seine Erlebnisse an der Front. Nachdem eine Rakete ihr Fahrzeug getroffen und zwei seiner Kameraden getötet habe, sei ihm klar geworden, dass er tatsächlich im Kriegseinsatz sei.

Zunächst sei er einem Bataillon mit 424 Soldaten im ostukrainischen Gebiet Donezk zugeteilt worden. Innerhalb von zwei Wochen seien alle anderen Soldaten getötet worden, berichtet Nchama. Er sei der einzige Überlebende seiner Einheit gewesen.

Später sei er einem weiteren Bataillon bei Wolnowacha im Gebiet Donezk zugeteilt worden. Einen Monat und neun Tage lang habe er die Einheit angeführt. „Unsere Aufgabe war es, sechs ukrainische Dörfer einzunehmen“, sagte er. Von ursprünglich 566 Rekruten seien am Ende nur drei übrig gewesen.

Auch die Versorgung sei katastrophal gewesen. Neun Tage lang habe seine Einheit überhaupt kein Essen erhalten. „Wir haben ein Reh gejagt und es roh gegessen, so hungrig waren wir“, sagte Nchama.

Zudem habe ständig die Angst vor Bestrafung geherrscht. „Wenn sie dir sagten: Mach das, und du hast es nicht gemacht, konnten sie jemanden schicken, um dich zu töten“, sagte er.

Im März informierte Nchama seine Eltern über seine Lage. Der Fall löste dort landesweit Aufsehen aus. Die Regierung kündigte diplomatische Schritte an, um die Freilassung des jungen Mannes zu erreichen.

Nach weiteren elf Tagen an der Front, während derer die ukrainischen Drohnenangriffe nicht nachließen, durfte Nchama die Ukraine verlassen und nach Russland zurückkehren. Dort hätten ihm seine Vorgesetzten die russische Staatsbürgerschaft und einen dauerhaften Dienst in der Armee angeboten. „Sie versprachen mir ein Haus, ein Auto“, sagte er. Er zeigte dabei drei Orden, die ihm verliehen worden seien.

Für seine Flucht habe er seine Vorgesetzten getäuscht. „Ich sagte, ich würde das Wochenende bei einem Freund verbringen. Ich erfand sogar einen Namen“, berichtete Nchama. Stattdessen habe ihn der Botschafter von Äquatorialguinea abgeholt und bei sich aufgenommen. Einige Tage später konnte Nchama Russland mit einer Ausreisegenehmigung verlassen und in sein Heimatland zurückkehren.

Sein Vater warnt angesichts der Erfahrungen seines Sohnes andere junge Afrikaner und deren Familien vor dubiosen Anwerbern. „Diese Versprechen bedeuten den sicheren Tod“.

 

Quelle: AFP/Polskie Radio

 

Nordkoreanische Soldaten bei Kämpfen in Grenzregion Kursk getötet

17.12.2024 11:39
Nordkoreanische Soldaten sind nach Angaben der USA bei Kämpfen gegen ukrainische Truppen in der russischen Grenzregion Kursk getötet worden. Es wäre der erste bekannt gewordene Verlust nordkoreanischer Soldaten seit Berichten im Oktober, dass Nordkorea rund 10.000 Truppen zur Unterstützung der russischen Armee entsandt habe.

Ukraine: Nordkoreanische Soldaten nahe der russischen Grenze gefangen genommen

12.01.2025 20:15
Ukrainische Truppen haben in der russischen Region Kursk zwei verletzte nordkoreanische Soldaten gefangen genommen. Das teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag mit. Die Soldaten erhalten medizinische Versorgung und befinden sich in der Obhut des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU in Kiew.

Bericht: Tausende Nordkoreaner arbeiten unter sklavenähnlichen Bedingungen in Russland

12.08.2025 18:17
Russland setzt nach Erkenntnissen südkoreanischer Geheimdienste und Recherchen der BBC in großem Umfang nordkoreanische Arbeitskräfte ein, um den akuten Arbeitskräftemangel infolge des Kriegs gegen die Ukraine zu kompensieren. Mehr als 10 000 Nordkoreaner seien 2023 ins Land geschickt worden, mittelfristig könnten es über 50 000 werden. „Nordkoreaner sind billig, arbeiten hart und machen keinen Ärger“, sagte der in Seoul lehrende Nordkorea-Experte Andrei Lankov.