Polnische Behörden haben einen von russischen Geheimdiensten angeworbenen Russen festgenommen, der in Warschau einen US-Bürger ukrainischer Herkunft töten sollte, teilte Ministerpräsident Donald Tusk am Donnerstagabend mit. Der Mann wurde am 7. August festgenommen. Er war angeworben worden, um einen Mann zu töten, der als Gegner des Kremls gelte, sagte Tusk auf einer Pressekonferenz.
Das sowohl die amerikanische als auch die ukrainische Staatsbürgerschaft haltende Ziel, sei als Bedrohung für das Regime des russischen Präsidenten Wladimir Putin betrachtet worden. Der Verdächtige sollte den Mord in der polnischen Hauptstadt verüben. „Im letzten Moment ist es uns dank einer gemeinsamen Operation des Inlandsgeheimdienstes ABW und der Polizei gelungen, diesen Mordanschlag zu verhindern“, sagte Tusk auf einer Pressekonferenz. Er bezeichnete den Fall als den ersten bekannten Versuch eines von Russland gesteuerten Mordanschlags auf einen US-Bürger auf dem Gebiet eines anderen NATO-Staates.
„Wir müssen leider davon ausgehen, dass das Putin-Regime versuchen wird, Menschen, die ihm aus verschiedenen Gründen unbequem sind, an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt zu beseitigen“, sagte Tusk. Die polnischen Behörden würden ihre Anstrengungen verstärken, um weitere Anschläge auf polnische Staatsbürger oder Bürger anderer Länder in Polen zu verhindern, fügte er hinzu.
Der für die Geheimdienste zuständige Minister, Tomasz Siemoniak, teilte auf X mit, dass die Operation zur Festnahme des russischen Verdächtigen in Abstimmung mit den US-Behörden durchgeführt worden sei. Die Warschauer Polizei teilte mit, der 29-Jährige sei bei einem „dynamischen“ Einsatz in der Wołoska-Straße in der Hauptstadt festgenommen worden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat ein Gericht für den Verdächtigen Untersuchungshaft für drei Monate angeordnet. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm zwei bis 15 Jahre Haft.
Im Juni hatten die polnischen Behörden einen Mann festgenommen, der hinter dem Mord an einem regimekritischen russischen Künstler und erklärten Putin-Gegners in der ostpolnischen Stadt Biała Podlaska gestanden haben soll. Tusk sagte damals, der Verdächtige habe einen georgischen Pass bei sich gehabt. Die Behörden versuchten zu klären, „wer den Mord in Auftrag gegeben hat“.
IAR/Reuters/ps