Anlass der Berichte ist eine Zunahme der Biberpopulation in der Region. Die Tiere bauen Dämme, wodurch lokal der Wasserstand steigt und Felder, Wälder und andere Flächen überflutet werden. Russische Medien greifen dabei auf Berichte des Telegram-Kanals Baza zurück und sprechen von einer „Expansion“ oder einem „Angriff“.
Nach Angaben des regionalen Nachrichtenportals Klops.ru wurden Anfang August 43 von Bibern errichtete Dämme in der Region beseitigt. Rund 100 Menschen beteiligten sich an der Aktion. Einige der Dämme befanden sich in der Nähe der Grenzen zu Polen und Litauen.
Dies reichte offenbar aus, um aus einem lokalen Umweltproblem eine Geschichte mit militärischem Vokabular zu machen. RIA Nowosti titelte: „Biber aus NATO-Staaten haben eine russische Region besetzt.“
Ein von russischen Medien zitierter Wissenschaftler, Alexander Muromzew, erklärte dagegen, es handle sich um einen natürlichen Migrationsprozess. Biber würden ihre Lebensräume ausweiten und dabei Grenzen überschreiten.
Die Wanderbewegung verlaufe zudem in beide Richtungen: Auch Biber aus dem russischen Gebiet Kaliningrad würden in die benachbarten Staaten Polen und Litauen weiterziehen.
PAP/jc