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Zweiter Verdächtiger im Nord-Stream-Verfahren in Kroatien festgenommen

19.08.2026 17:17
Im Fall der Sabotage an den Nord-Stream-Gaspipelines ist ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Der ukrainische Staatsbürger Wolodymyr Sch. wurde in Kroatien aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgesetzt, wie die ARD „Tagesschau“ berichtete. Deutschland will seine Auslieferung beantragen.
Ukrainiec zatrzymany w Chorwacji to Wołodymyr Ż.
Ukrainiec zatrzymany w Chorwacji to Wołodymyr Ż.Reuters

Der Mann war deutschen Ermittlern zufolge bereits im vergangenen Jahr in Polen lokalisiert worden. Die deutschen Behörden hatten damals seine Auslieferung beantragt. Polen lehnte dies jedoch ab. Die Entscheidung führte zu Spannungen zwischen Berlin und Warschau. Der Verdächtige kam anschließend wieder frei.

Sch. wird vorgeworfen, an der Vorbereitung und Durchführung der Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines beteiligt gewesen zu sein. Die deutschen Ermittler beschuldigen ihn unter anderem der Herbeiführung von Explosionen, der Zerstörung von Bauwerken und eines Sabotageakts gegen die verfassungsmäßige Ordnung.

Bereits im August 2025 war in Italien ein weiterer ukrainischer Verdächtiger festgenommen worden. Der ehemalige ukrainische Offizier Serhij K. wurde nach Deutschland überstellt. Die Bundesanwaltschaft erhob Ende Juni Anklage gegen ihn. Der Prozess soll in den kommenden Wochen in Hamburg beginnen.

Wer hinter den Anschlägen steckt und wer sie in Auftrag gegeben hat, ist bislang nicht abschließend geklärt.

Bei den Explosionen im September 2022 waren die Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 in der Ostsee schwer beschädigt worden. Nord Stream 1 war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Betrieb. Nord Stream 2 war nie in Betrieb genommen worden. Beide Pipelines waren für den Transport russischen Erdgases nach Deutschland gebaut worden.

PAP/ARD/jc