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87. Jahrestag des Hitler-Stalin-Pakts. Ukraine warnt vor Zugeständnissen an Russland

23.08.2026 21:30
Zum Jahrestag des Abkommens zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion, das die Teilung Polens besiegelte, hat der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha vor Zugeständnissen an den Aggressor gewarnt. Die Europäische Kommission erinnerte unterdessen an die Opfer der totalitären Regime und die Notwendigkeit, die Demokratie zu verteidigen.
Am 23. August 1939 in Moskau. Von links: der Leiter der Rechtsabteilung des deutschen Auswrtigen Amts Friedrich Gauss, der deutsche Auenminister Joachim von Ribbentrop, Josef Stalin sowie der sowjetische Volkskommissar (Auenminister) Wjatscheslaw Molotow.
Am 23. August 1939 in Moskau. Von links: der Leiter der Rechtsabteilung des deutschen Auswärtigen Amts Friedrich Gauss, der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop, Josef Stalin sowie der sowjetische Volkskommissar (Außenminister) Wjatscheslaw Molotow.wikimedia commons

„Die Lehre aus dem Jahr 1939 für das Jahr 2026 ist eindeutig: Zugeständnisse führen zu einer Eskalation des Krieges statt zum Schutz des Friedens“, schrieb Andrij Sybiha zum 87. Jahrestag der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts. Der ukrainische Außenminister erinnerte daran, dass das Abkommen zwischen Nazi-Deutschland und der Sowjetunion geheime Vereinbarungen über die Aufteilung Mittel- und Osteuropas enthielt. Wie er betonte, teilten die beiden totalitären Staaten anschließend Polen untereinander auf. Die Folgen ihrer Politik waren Krieg, Verfolgung und die langjährige Unterjochung der europäischen Völker.

Sybiha warf dem russischen Regime zudem vor, den Pakt zu rechtfertigen, unbequeme Fakten zu verschweigen und die Geschichte der aktuellen Politik des Kremls unterzuordnen. Er rief zu einer stärkeren Unterstützung der Ukraine und zu größerem Druck auf Moskau auf. „Um dies zu erreichen, brauchen wir Einigkeit in Europa und darüber hinaus bei der Verteidigung unserer gemeinsamen Werte und Grundsätze“, betonte der ukrainische Minister.

Auch Vertreter der baltischen Staaten haben sich zum Jahrestag geäußert. Der litauische Außenminister Kęstutis Budrys erinnerte, dass die geheimen Protokolle über das Schicksal ganzer Völker entschieden haben.

Der estnische Außenminister Margus Tsahkna betonte seinerseits, dass sich hinter dem als Nichtangriffspakt dargestellten Abkommen in Wirklichkeit die Aufteilung Europas in Einflusszonen verbarg.

Die geschäftsführende Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Henna Virkkunen, und der Kommissar für Demokratie, Justiz und Rechtsstaatlichkeit, Michael McGrath, haben in einer gemeinsamen Erklärung die Opfer aller totalitären und autoritären Regime gewürdigt. Wie sie erinnerten, seien Freiheit, Demokratie und Frieden keine Selbstverständlichkeit. Sie riefen dazu auf, die Menschenwürde, die Gleichheit, die Rechtsstaatlichkeit und die Grundrechte zu verteidigen. Zugleich betonten sie, dass die Erinnerung an die Vergangenheit auch eine Verpflichtung gegenüber künftigen Generationen darstelle.

Am 23. August 1939 haben die Außenminister des Deutschen Reiches (Joachim von Ribbentrop) und der Sowjetunion (Wjatscheslaw Molotow) in Moskau den Nichtangriffspakt, sog. Ribbentrop-Molotow-Pakt unterzeichnet. Dieser Pakt beinhaltete auch ein geheimes Zusatzprotokoll, das die Einflusszonen in Europa unter dem Deutschen Reich und der Sowjetunion aufteilte. Den Deutschen sicherte er die Ostfront während des bereits geplanten Überfalls auf Polen und der Sowjetunion die Verbreiterung des Staatsgebiets nach dem ebenfalls geplanten Überfall auf Polen.

Der Ribbentrop-Molotow-Pakt wird auch als IV. Teilung Polens bezeichnet. Am Jahrestag der Unterzeichnung des Ribbentrop-Molotow-Paktes begeht man den Europäischen Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus, der in 2008 durch das Europäische Parlament ausgerufen wurde.

IAR/PR/ps

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