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35 Jahre Unabhängigkeit der Ukraine – Selenskyj mit scharfer Botschaft an Russland

24.08.2026 10:13
Zum 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland scharf angegriffen und zugleich die internationale Gemeinschaft zu weiterer Unterstützung aufgerufen.
Ukraines President Volodymyr Zelenskyy.
Ukraine's President Volodymyr Zelenskyy.Foto: REUTERS/Thomas Peter/File Photo

„Heute ist es für uns alle wirklich sehr, sehr schwer“, sagte Selenskyj. Was die Ukrainer zusammenhalte, sei jedoch die gegenseitige Unterstützung und das Vertrauen ineinander. „Solange der Feind diesen Kreis nicht durchbricht, wird die Ukraine nicht fallen. Sie wird ihren Frieden erkämpfen. Und sie wird es schaffen“, sagte der Präsident.

Selenskyj warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, darauf zu setzen, dass die Ukrainer vom Krieg erschöpft seien.

„Ihr wolltet uns die gesamte Ukraine, unser ganzes Land wegnehmen. Stattdessen habt ihr eure Raffinerien, eure Flotte, eure Einnahmen und eine ganze Generation verloren, die ihr in den Fleischwolf geschickt habt. Ihr wolltet, dass es uns nicht mehr auf der Landkarte gibt. Jetzt seid ihr es, die im internationalen Programm für die Zukunft der Zivilisation nicht mehr vorkommen. Seit 27 Jahren spricht Russlands Führung von Größe, während Russland an den Tankstellen Schlange steht“, sagte Selenskyj in einer direkten Ansprache an die Russen.

Wie er betonte, müsse Russland zu einem Ende des Krieges gezwungen werden. Dafür brauche es weitere Sanktionen und umfassende Unterstützung für die Ukraine.

„Gebt der Ukraine alles, was diesen Krieg beenden kann“, appellierte Selenskyj an die internationale Gemeinschaft. Die Ukraine bitte niemanden, für sie zu kämpfen. Sie brauche aber die Mittel, um den Krieg möglichst schnell zu beenden und einen weiteren russischen Angriff zu verhindern. Europa müsse dabei geeint, ehrgeizig und mutig handeln, forderte der Präsident.

Auch an China richtete Selenskyj einen Appell. Peking dürfe angesichts russischer Drohungen mit dem Einsatz von Atomwaffen nicht schweigen. China müsse zeigen, dass es seine Rolle als globale Führungsmacht nicht nur wirtschaftlich und technologisch, sondern auch politisch und zivilisatorisch verstehe.

Internationale Unterstützung

Zum Unabhängigkeitstag kamen mehrere internationale Spitzenpolitiker nach Kiew. Unter ihnen sind der britische Premierminister Andy Burnham, EU-Ratspräsident António Costa, die Präsidenten Moldaus und Estlands, Maia Sandu und Alar Karis, sowie Luxemburgs Premierminister Luc Frieden. Burnham reiste zu seinem ersten Auslandsbesuch seit seinem Amtsantritt in die ukrainische Hauptstadt.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha begrüßte die ausländischen Gäste am Kiewer Bahnhof. „In solchen Zeiten lernen die Nationen, wie wichtig es ist, Verbündete an ihrer Seite zu haben“, schrieb er. Die Ukraine wisse inzwischen, wer ihre wahren Freunde seien. Die Unterstützung ihrer Partner sei ein Teil der Stärke des Landes.

Auch die USA bekräftigten am Unabhängigkeitstag ihre Unterstützung für die Ukraine. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, Washington stehe weiterhin fest zur Souveränität der Ukraine und wolle die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter stärken. Zugleich bekräftigte Rubio das Engagement der USA für einen dauerhaften Frieden und ein Ende des russischen Angriffskrieges.

Die Ukraine hatte am 24. August 1991 ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion erklärt. Das Parlament in Kiew verabschiedete damals den Unabhängigkeitsakt. Der diesjährige Jahrestag steht erneut im Zeichen des seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieges.


PAP/IAR/jc