Die Fähre „Filo Jet“ war am Sonntag kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Kyrenia auf dem Weg zum türkischen Hafen Taşucu. Etwa eine Viertelstunde nach der Abfahrt drang nach Angaben der Behörden Wasser in das Schiff ein. Die Besatzung setzte einen Notruf ab. Warum die Fähre in Seenot geriet, ist bislang unklar.
Rettungskräfte aus Nordzypern und der Türkei waren mit Schiffen und Hubschraubern im Einsatz. Mehrere Gerettete wurden in Krankenhäuser gebracht. Augenzeugen berichteten von Panik an Bord. Passagiere hätten die Besatzung aufgefordert, umzukehren, nachdem sie bemerkt hätten, dass Wasser eindrang.
Der Kapitän und sieben Besatzungsmitglieder wurden festgenommen. Der Ministerpräsident der nur von der Türkei anerkannten Republik Nordzypern, Ünal Üstel, kündigte eine umfassende Untersuchung an. „Jeder Aspekt dieses Vorfalls wird untersucht. Selbst die geringste Fahrlässigkeit wird ans Licht kommen“, sagte Üstel.
Die Fähre liegt inzwischen in mehr als 500 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Die Ermittlungen zur Unglücksursache dauern an.
IAR/jc