Fritz spricht von einem Wirtschaftsboom. Polen sei die „letzte der großen europäischen Volkswirtschaften“, die derzeit einen deutlichen Aufschwung erlebe. Für 2026 wird ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von rund 3,5 Prozent erwartet. Deutschland kommt demnach auf lediglich 0,5 Prozent.
Auch bei der Infrastruktur sieht Fritz deutliche Fortschritte. Polen investiere in Straßen, Brücken und Bahnverbindungen. Städte würden modernisiert, in Warschau etwa durch mehr Grünflächen im Zentrum. Krakau wurde laut einer Analyse des Unternehmens Radical Storage als sauberste Stadt der Welt eingestuft, auch Warschau erreichte eine gute Platzierung.
Hinzu komme ein hoher Digitalisierungsgrad. Bargeldlose Zahlungen seien weit verbreitet, viele Behördengänge könnten online erledigt werden. Fritz berichtet von einem deutschen Start-up-Unternehmer, der wegen der Bürokratie und des langsamen Tempos in Deutschland sein Unternehmen nach Polen verlagert habe.
Der positive Blick auf Polen zeigt sich auch in sozialen Medien. Unter dem Begriff „Polandmaxxing“ teilen Nutzer ihre Eindrücke von Polen und heben unter anderem die Infrastruktur, Sicherheit, Digitalisierung und Lebensqualität hervor. Für ausländische Besucher seien dabei Dinge bemerkenswert, die für Polen selbstverständlich wirken – etwa das Gefühl von Sicherheit im Alltag.
Der Trend hat allerdings auch eine politische Seite. Fritz warnt davor, dass der Hashtag „Polandmaxxing“ teilweise von rechten Kreisen genutzt werde, um die polnische Migrationspolitik als Gegenmodell zu Deutschland und anderen westeuropäischen Staaten darzustellen.
Gleichzeitig betont der Journalist, dass auch Polen inzwischen ein Einwanderungsland ist. Im Land leben etwa zwei Millionen ukrainische Flüchtlinge sowie Menschen aus Belarus und anderen Staaten. Zudem kehren Polen zurück, die zuvor ins Ausland ausgewandert waren. Im vergangenen Jahr zogen erstmals mehr Menschen von Deutschland nach Polen als umgekehrt.
Die Welt/jc