Der Minister verwies auf den jüngsten russischen Großangriff auf die Ukraine. Nach dem Abzug der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner aus der Ukraine habe der russische Präsident Wladimir Putin erneut einen massiven Angriff auf Kiew gestartet. Dabei seien Wohngebiete getroffen und mindestens zwei Menschen getötet worden.
„Seine ballistischen Raketen sagen mehr über seine Worte zur Diplomatie aus“, erklärte Sybiha. Weitere Angriffe auf Wohngebäude seien „nichts anderes als sinnloser Terror“. Entscheidungen der Verbündeten der Ukraine dürften angesichts solcher Angriffe nicht weiter aufgeschoben werden. Jede Verzögerung bedeute weitere Opfer, betonte der Minister.
In der Nacht zum Dienstag griffen russische Streitkräfte die Ukraine massiv aus der Luft an. Nach ukrainischen Angaben wurden unter anderem zwei ballistische Raketen, 31 Marschflugkörper sowie 142 Drohnen abgefangen. Insgesamt wurden Einschläge an 29 Orten und Trümmer abgestürzter Flugkörper an neun weiteren Orten registriert.
Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Die ukrainischen Rettungskräfte konnten demnach 13 Menschen retten.
Sybiha forderte zudem, vorhandene Raketen zur Luftverteidigung an die Ukraine zu liefern. Auch Waffen aus Beständen, die sich dem Ende ihrer Haltbarkeit näherten, sollten zum Schutz des ukrainischen Luftraums eingesetzt werden.
Deutschland hatte Anfang September Konsequenzen gegen Russland angekündigt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt machte Moskau für einen Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig im August verantwortlich. Außenminister Johann Wadephul kündigte die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie des Kulturzentrums „Russisches Haus“ in Berlin an.
Russland und die Ukraine hatten im Zusammenhang mit dem Besuch der US-Gesandten Witkoff und Kushner zunächst eine dreitägige Pause bei Luftangriffen auf die Hauptstädte beider Länder angekündigt. Russische Staatsmedien bestätigten am Montagabend, dass das Moratorium für Angriffe auf Kiew ausgelaufen war.
PAP/jc