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Tusk: Polen hat Bedrohung an Grenzübergang abgewendet

10.09.2026 21:27
Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat vor möglichen weiteren Provokationen und Sabotageakten gewarnt. In der Nacht zum Donnerstag sei es dank der Zusammenarbeit polnischer und ukrainischer Dienste gelungen, eine „direkte Bedrohung“ für einen Grenzübergang abzuwenden, sagte Tusk nach einem Treffen mit den Regierungschefs der Visegrad-Staaten in Bratislava.
Premier Donald Tusk
Premier Donald TuskPAP/EPA/JAKUB GAVLAK

Details zu dem Vorfall nannte der Regierungschef zunächst nicht. Russland habe bereits provokative Angriffe auf Grenzübergänge verübt, unter anderem in Moldau. „Wir erwarten solche Aktionen auch an Grenzübergängen zur Ukraine in anderen Ländern, auch in Polen“, sagte Tusk.

Der Vorfall in der vergangenen Nacht sei eine entsprechende Warnung gewesen. Er sei zwar glimpflich ausgegangen, Polen müsse sich jedoch auf unterschiedliche Formen von Provokationen und auch auf „innere Sabotage“ vorbereiten, sagte der Ministerpräsident.

Tusk erhält Bericht von CIA-Chef 

Tusk teilte zudem mit, dass er in den vergangenen Stunden einen „ziemlich präzisen Bericht“ des US-Geheimdienstchefs John Ratcliffe über mögliche Entwicklungen in den kommenden Monaten erhalten habe. Weitere Einzelheiten zu dem Bericht nannte er nicht.

Polen und ganz Europa müssten auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet sein, sagte Tusk. Dies gelte nicht nur für die Entwicklung an der russisch-ukrainischen Front, sondern auch für die Ostflanke der Europäischen Union.

Tusk betonte zugleich die besondere Rolle Polens beim Schutz der europäischen Sicherheit. „Es ist nicht so, dass Polen in dieser Frage die Hilfe der Europäischen Union braucht. Wir übernehmen derzeit die schwierigste Aufgabe für ganz Europa, nicht nur für uns“, sagte er.

Angriff auf Grenzübergang in Moldau

Tusk verwies offenbar auf einen russischen Angriff auf den ukrainischen Teil des Grenzübergangs Tudora-Starokosazke zwischen der Ukraine und Moldau. Das moldauische Außenministerium hatte Russland am Donnerstag einen gezielten Angriff auf den Grenzübergang vorgeworfen.

Der Angriff ereignete sich in der Nacht vom 8. auf den 9. September. Nach Angaben der moldauischen Behörden wurde die Infrastruktur des Kontrollpunkts beschädigt und der Betrieb vorübergehend eingestellt. Zwei weitere Drohnen seien in der Nähe des Grenzübergangs niedergegangen.

Bei dem Angriff kamen nach Angaben der moldauischen Behörden zwei ukrainische Staatsbürger ums Leben. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter ein moldauischer Staatsbürger. Die Regierung in Chișinău verurteilte den Angriff und bekundete ihre Solidarität mit der Ukraine. 


IAR/jc

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