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Jüdisches Historisches Institut erinnert an Ringelblum-Archiv

15.09.2026 10:16
Mit einem wissenschaftlichen Seminar, Führungen und Konzerten erinnert das Jüdische Historische Institut in Warschau an das Ringelblum-Archiv. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen steht der erste Teil des Untergrundarchivs des Warschauer Ghettos, der am 18. September 1946 entdeckt wurde.
Am 22. Juli 1942 begannen die Deutschen mit der Deportation von Juden aus dem Ghetto in das Vernichtungslager Treblinka. Mehr als zwei Monate lang wurden tglich zwischen 5.000 und 7.000 Juden mit dem Zug vom Warschauer Umschlagplatz nach Treblinka transportiert, wo sie ermordet wurden. Fast 300.000 Juden kamen dort ums Leben.
Am 22. Juli 1942 begannen die Deutschen mit der Deportation von Juden aus dem Ghetto in das Vernichtungslager Treblinka. Mehr als zwei Monate lang wurden täglich zwischen 5.000 und 7.000 Juden mit dem Zug vom Warschauer Umschlagplatz nach Treblinka transportiert, wo sie ermordet wurden. Fast 300.000 Juden kamen dort ums Leben.Bundesarchiv, Bild 101I-270-0298-07 / Amthor / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons

Das Archiv wurde während des Zweiten Weltkriegs von dem Historiker Emanuel Ringelblum und seinen Mitarbeitern im Warschauer Ghetto zusammengetragen und an mehreren Orten versteckt. Die Sammlung dokumentiert das Leben der jüdischen Bevölkerung unter deutscher Besatzung sowie ihre Verfolgung und Vernichtung. Historiker betrachten sie als eines der wichtigsten Zeugnisse über das Schicksal der Juden während des Zweiten Weltkriegs.

Ringelblum hatte die Untergrundgruppe Oneg Szabat ins Leben gerufen, die systematisch Berichte, Dokumente und weitere Zeugnisse über das Leben im Ghetto sammelte. 1942 begannen Ringelblum und seine Mitarbeiter, die Bestände in Metallkisten und Milchkannen zu verpacken und zu verstecken.

Ringelblum überlebte die Deportationen aus dem Warschauer Ghetto und versteckte sich anschließend auf der sogenannten „arischen Seite“ der Stadt. Nach einer Denunziation wurde er 1944 zusammen mit seiner Familie und weiteren Menschen entdeckt und ermordet.

Von den versteckten Beständen konnten nach dem Krieg zwei Teile geborgen werden. Der erste Teil wurde am 18. September 1946 im Keller des ehemaligen Gebäudes an der damaligen Nowolipki-Straße 68 entdeckt. Vier Jahre später wurde ein zweiter Teil gefunden. Das Schicksal eines dritten Teils, der vermutlich in der Świętojerska-Straße versteckt worden war, ist bis heute ungeklärt.

Die UNESCO nahm das Ringelblum-Archiv 1999 in das Register „Memory of the World“ auf. Die Sammlung wird heute im Jüdischen Historischen Institut in Warschau aufbewahrt.


IAR/jc

Das Geheimarchiv des Warschauer Ghettos

04.12.2023 09:09
Ihr eigener Tod war nur eine Frage der Zeit. Und dennoch wollten sie die Erfahrungen aus dem vom deutschen NS-Besatzungsregime eingerichteten Warschauer Ghetto um jeden Preis an die Nachwelt weitergeben. Die Rede ist von Emanuel Ringelblum und der Gruppe Oneg Shabbat.