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Polnischer Juror verweigert Bewertung russischer Teilnehmer

17.09.2026 06:52
Beim Internationalen Akkordeonwettbewerb im italienischen Castelfidardo haben drei Juroren die Bewertung russischer Teilnehmer verweigert. Der polnische Akkordeon-Virtuose Klaudiusz Baran, der ukrainische Juror Vladimir Zubitsky und der litauische Juror Raimondas Sviackevičius begründeten ihre Entscheidung mit moralischen Erwägungen.
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Zdj. ilustracyjneShutterstock/Szasz Csilla

Baran ist Professor an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in Warschau und war von 2016 bis 2024 Rektor der Hochschule. Der amtierende Rektor Tomasz Strahl erklärte, er habe „Respekt vor der Haltung“ der drei Juroren. Für Menschen in Mittel- und Osteuropa und insbesondere für Ukrainer sei der russische Krieg gegen die Ukraine keine abstrakte Angelegenheit, schrieb Strahl in einer Stellungnahme.

Gleichzeitig betonte der Rektor die Bedeutung der russischen Musik für das weltweite Kulturerbe und die Lehre an der Universität. Ein Juror habe jedoch das Recht, außergewöhnliche Umstände zu berücksichtigen, wenn sein Gewissen es ihm nicht erlaube, bestimmte Teilnehmer zu bewerten. Dies sei eine Frage der Meinungs- und Gewissensfreiheit, erklärte Strahl.

Der Bürgermeister von Castelfidardo, Roberto Ascani, kritisierte die Entscheidung. Bei der Abschlusszeremonie entschuldigte er sich bei den russischen Teilnehmern und kündigte an, sich dafür einzusetzen, dass die drei Juroren künftig nicht mehr in die Jury des Wettbewerbs berufen werden.

Baran kritisierte daraufhin das Vorgehen des Bürgermeisters. Ascani habe seine Stellungnahme von einem Mobiltelefon abgelesen und den drei Juroren keine Möglichkeit gegeben, ihre Sichtweise öffentlich darzustellen. Zudem erklärte Baran, ein litauisches Studentenorchester, das den Wettbewerb in der Kategorie Orchester gewonnen hatte, habe nicht beim Konzert der Preisträger auftreten dürfen.

Der 51. Internationale Akkordeonwettbewerb in Castelfidardo fand vom 6. bis 13. September statt. Die Stadt in der mittelitalienischen Provinz Ancona gilt als bedeutendes Zentrum des Akkordeonbaus und trägt den Beinamen „Welthauptstadt des Akkordeons“.


IAR/jc