„Nüchtern betrachtet ist nicht zu erkennen, dass die russische Seite verhandeln will“, sagte Lucassen.
Lucassen hatte in Kiew an einem Treffen der European Strategy of Yalta (YES) teilgenommen. Die Stimmung in der ukrainischen Hauptstadt beschrieb er als von „bedingungsloser Entschlossenheit zum Durchhalten“ geprägt.
Gleichzeitig sprach sich der AfD-Politiker dafür aus, dass die Ukraine Zugeständnisse machen sollte. Als eine mögliche Option nannte er ein Protektorat der Vereinten Nationen über Teile der von Russland besetzten Gebiete. Die endgültige Entscheidung darüber liege jedoch beim „Souverän, also dem ukrainischen Volk“, sagte Lucassen.
Eine besondere Verantwortung für die Suche nach diplomatischen Lösungen sieht Lucassen beim deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz. Er schlug vor, Merz könne nach Moskau reisen und dabei frühere Kontakte zwischen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow nutzen. Sollte ein solcher Versuch scheitern, könne Merz anschließend öffentlich erklären: „Seht her, ich habe es versucht, aber Putin will nicht.“
Lucassen sprach sich zudem dafür aus, dass Deutschland für seine Unterstützung der Ukraine Gegenleistungen erhalten sollte. Er nannte unter anderem eine Zusammenarbeit im Rüstungs- und Energiesektor, Freihandelszonen sowie bevorzugte Bedingungen für die Ansiedlung deutscher Unternehmen.
Der 75-jährige Lucassen ist ehemaliger Oberst und Bundestagsabgeordneter der AfD. Von 2017 bis April 2026 war er verteidigungspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion. Nach Angaben des Berichts trat er nach Auseinandersetzungen mit der Parteiführung von diesem Amt zurück.
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