Deutsche Redaktion
Folge uns auf Google

Folge uns auf Google, um unsere News immer ganz oben zu sehen.

Sikorski: Russland könnte in diesem Jahr „etwas Größeres“ vorbereiten

25.09.2026 06:49
Polen hat nach Angaben von Außenminister Radosław Sikorski Hinweise darauf, dass Russland noch in diesem Jahr „etwas Großes“ vorbereiten könnte. „Wir erhalten Informationen (...), dass Russland in diesem Jahr etwas Großes vorbereitet“, sagte Sikorski bei einer Gesprächsrunde des Council on Foreign Relations in New York.
Radosław Sikorski
Radosław SikorskiFoto: PAP/Radek Pietruszka

Sikorski nannte keine konkreten Details. Er verwies jedoch auf die Möglichkeit eines Angriffs unter falscher Flagge. „Ich denke, Putin braucht einen Vorwand für eine Mobilisierung“.

Als weiteres mögliches Szenario nannte Sikorski eine Verschärfung der Lage an der Ostflanke der Nato. Er verwies unter anderem auf die russischsprachige Bevölkerung in Narwa in Estland und in Teilen Lettlands. Russland könnte nach seiner Einschätzung versuchen, eine Landverbindung von Belarus zur russischen Exklave Kaliningrad über Litauen herzustellen. „Wir wissen nicht, was sie tun werden, aber wir müssen vorbereitet sein, um sie abzuschrecken“.

Eine groß angelegte Invasion hält der Minister zugleich für weniger wahrscheinlich. Russland wäre „verrückt“, wenn es sich für einen umfassenden Angriff entscheiden würde, sagte Sikorski. Er rechne daher eher mit einer weniger eindeutigen Aktion, die es zudem erschweren könnte, den Nato-Bündnisfall nach Artikel 5 auszulösen.

Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sagte Sikorski, Russland könne den Konflikt möglicherweise noch ein bis zwei Jahre fortsetzen. Die russische Wirtschaft leide zwar, auch die Reserven würden schrumpfen. Ein entscheidender Faktor könnte nach seinen Worten die Zerstörung eines großen Teils der russischen Raffineriekapazitäten durch die Ukraine sein.

Sikorski verwies zugleich auf die militärischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Ukraine. Russland habe nach seiner Einschätzung noch mehrere Optionen, darunter eine Mobilisierung sowie Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung, das Heizsystem und große Unternehmen. „Aber auch die Ukrainer haben, wie Präsident Trump gesagt hat, Karten in der Hand“.

Auch die Beziehungen zu den USA waren Thema des Gesprächs. Sikorski sprach sich für eine dauerhafte amerikanische Militärpräsenz in Polen aus. Eine geplante US-Basis könne nach seinen Angaben langfristig Platz für eine Brigade bieten. Derzeit seien rund 7000 US-Soldaten auf Rotationsbasis in Polen stationiert. Sikorski hält eine dauerhafte Präsenz von etwa 10 000 US-Soldaten für ausreichend.

Das Verhältnis zwischen Europa und den USA verglich Sikorski mit einer Ehe. Auch wenn die Liebe möglicherweise nicht mehr vorhanden sei, sollten beide Seiten wegen ihrer gemeinsamen Interessen daran festhalten. „Wir können anderswo Affären haben, aber für uns sind wir verheiratet und sollten daran festhalten, weil wir vernünftig sind“, sagte er.

PAP/IAR/jc

„Sag deinem Chef, es reicht“: Sikorski richtet sich im UN-Sicherheitsrat an Lawrow

23.09.2026 21:39
Der polnische Außenminister forderte Moskau im Sicherheitsrat zum Kriegsende auf. Kyjiws Chefdiplomat Sybiha warnte zugleich, Russland führe mit Anschlägen und Cyberattacken bereits Krieg gegen Europa.

„Wenn die russische Seite sagt...": Außenminister sieht Ausweg nach russischer Luftraumverletzung

24.09.2026 11:10
„Wenn die russische Seite sagt: ‚Wir entschuldigen uns, der Pilot hat sich geirrt‘, werden wir keine große Sache daraus machen“, sagte Sikorski in New York.