Nach Feststellungen des Gerichts griff der Verurteilte, Vickrum Digwa, den jungen Polen am 3. Dezember 2025 mit einem Kirpan an, einem traditionellen Sikh-Messer mit einer 21 Zentimeter langen Klinge. Nowak, Student im ersten Jahr an der Universität von Southampton, befand sich auf dem Heimweg, als er angegriffen wurde.
Besondere Empörung löste das Verhalten der Polizei nach der Tat aus. Wie aus inzwischen veröffentlichten Aufnahmen hervorgeht, legten die Einsatzkräfte dem schwer verletzten Studenten Handschellen an, nachdem der Täter ihn fälschlicherweise eines rassistischen Angriffs beschuldigt hatte. Obwohl Nowak den Beamten sagte, er sei niedergestochen worden, gingen diese zunächst nicht von einer schweren Verletzung aus. Wenig später starb der junge Mann.
Die Polizei entschuldigte sich später für die Fehleinschätzung. Das Verhalten der Beamten wird inzwischen von einer unabhängigen Kommission untersucht.
Bei der Urteilsverkündung erklärte Richter William Mousley, der Täter habe mit seinem Handeln rassistische Spannungen in Southampton und darüber hinaus geschürt. Zugleich betonte er, es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass das Opfer rassistische Äußerungen gemacht habe. Diese Behauptungen stammten ausschließlich vom Angreifer und seien durch keine Zeugenaussage bestätigt worden.
Der Richter warf dem Verurteilten zudem „gefühllose Gleichgültigkeit“ gegenüber seinem Opfer vor. Nach der Messerattacke habe er das Geschehen sogar gefilmt. Henry Nowak sei dagegen vollkommen wehrlos gewesen.
TVP/jc