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Im Krieg verschwundenes Gemälde kehrt ins Nationalmuseum Warschau zurück

30.09.2026 09:55
Das Gemälde „Winter: Napoleons Rückzug aus Moskau“ des polnischen Malers Alfred Wierusz-Kowalski ist nach Jahrzehnten wieder im Nationalmuseum in Warschau zu sehen.
Das Werk war whrend der deutschen Besatzung verschwunden. Der letzte bekannte Hinweis stammt aus dem Jahr 1940: Damals hing es in einem Club fr hochrangige SS- und Polizeifunktionre in Warschau.
Das Werk war während der deutschen Besatzung verschwunden. Der letzte bekannte Hinweis stammt aus dem Jahr 1940: Damals hing es in einem Club für hochrangige SS- und Polizeifunktionäre in Warschau.PAP/Radek Pietruszka

Ein während der deutschen Besatzung verschwundenes Gemälde ist nach Warschau zurückgekehrt. Das Werk „Winter: Napoleons Rückzug aus Moskau“ des polnischen Malers Alfred Wierusz-Kowalski wurde dem Nationalmuseum in Warschau übergeben. Kulturministerin Marta Cienkowska bezeichnete es als „eines der wertvollsten wiedergefundenen Werke der polnischen Malerei“.

Das Gemälde zeigt den Rückzug der geschlagenen französischen Armee aus Russland im Winter 1812. Wierusz-Kowalski, ein bedeutender Vertreter der sogenannten Münchner Schule der polnischen Malerei, war vor allem für Darstellungen von Reisenden, Pferdeschlitten und Wölfen in winterlichen Landschaften bekannt.

Das Bild gehörte ursprünglich dem Warschauer Ingenieur und Bankier Andrzej Rotwand, dessen Familie eine bedeutende private Kunstsammlung aufgebaut hatte. 1939 wurde das Gemälde zusammen mit 30 weiteren Werken aus der Sammlung für eine Ausstellung in der Warschauer Kunstgalerie Zachęta ausgeliehen. Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurden die Werke auf Anweisung der Besatzungsbehörden ins Nationalmuseum gebracht und anschließend beschlagnahmt.

Der letzte bekannte Hinweis auf das Gemälde stammt vom 15. Oktober 1940. Damals schmückte es einen Club für hochrangige SS- und Polizeifunktionäre im Warschauer Blank-Palais an der Senatorska-Straße. Danach verlor sich seine Spur.

Jahrzehnte später begann die damalige Besitzerin Ewa Tsonis die Geschichte des Bildes zu recherchieren. Experten des Nationalmuseums bestätigten schließlich, dass es sich um das verschollene Werk handelte.

„Ich bin mit diesem Gemälde aufgewachsen“, sagte sie. „In unserer Familie wurde es sehr geschätzt und geliebt. Irgendwann war die Zeit gekommen, dass ganz Polen es sehen sollte.“

Tsonis wandte sich an das Kulturministerium und bot an, das Gemälde einer öffentlichen Sammlung zu übergeben. Das Werk ist sehr gut erhalten und verfügt noch über seinen originalen Rahmen.

Kulturministerin Marta Cienkowska überreichte Tsonis eine Urkunde des Kulturministeriums als Anerkennung für ihre Entscheidung, das Werk wieder in öffentliches Eigentum zu überführen.

Nach Angaben des polnischen Kulturministeriums wurden bislang mehr als 920 Kulturgüter nach Polen zurückgeführt. In mehr als 200 weiteren Fällen laufen Verfahren in 18 Ländern.

 

IAR/jc

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