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Unklare Todesursache sorgt für Unruhe in Irkutsk

07.10.2026 06:58
Nach dem Tod einer 28-jährigen Laborangestellten in der russischen Region Irkutsk gibt es Berichte über einen möglichen Pestfall. Russische Behörden haben einen Zusammenhang mit der Pest bislang nicht bestätigt. Gleichzeitig wurden nach dem Tod der Frau mehrere Menschen unter medizinische Beobachtung gestellt und Krankenhäuser zeitweise unter Quarantäne gestellt. In der Bevölkerung kam es nach Medienberichten zu erheblicher Verunsicherung.
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Fot.Mongkolchon Akesin/Shutterstock

Die Frau, die nach Angaben des russischen Nachrichtenportals „Ljudy Baikala“ in einem Institut für die Bekämpfung der Pest in Irkutsk arbeitete, war Ende September wegen Beschwerden in ein Krankenhaus in Schelechow eingeliefert worden. Sie starb in der Nacht zum 2. Oktober.

Nach ihrem Tod wurde das Krankenhaus unter Quarantäne gestellt. Rund 200 Menschen, die Kontakt mit der Verstorbenen gehabt haben sollen, wurden dem Bericht zufolge isoliert und medizinisch überwacht. Das Portal beruft sich dabei unter anderem auf Angaben von Anwohnern und Informanten. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben liegt nicht vor.

Für zusätzliche Unruhe sorgte eine Desinfektionsaktion in einem Wohnhaus in Irkutsk. Am Abend des 2. Oktober sollen Menschen in Schutzanzügen und mit Gasmasken zwei Treppenhäuser des Gebäudes desinfiziert haben. In dem Haus hatte die verstorbene Laborangestellte gelebt. Anwohner berichteten dem Portal zufolge zunächst von einem „lebensgefährlichen Virus“. Später sei als Begründung für die Desinfektion lediglich von Kakerlaken gesprochen worden.

Behörden sprechen von Lungenentzündung

Die russische Gesundheitsbehörde Rospotrebnadsor erklärte am 4. Oktober, die 28-Jährige sei an einer Lungenentzündung unbekannter Ursache gestorben. Zugleich wies die Behörde darauf hin, dass es in dem Forschungsinstitut keinen Zwischenfall mit gefährlichen Mikroorganismen gegeben habe. Einen Pestfall bestätigte sie nicht.

Auch der Gouverneur der Region Irkutsk, Igor Kobsew, erklärte, die Situation sei unter Kontrolle. Kremlsprecher Dmitri Peskow rief dazu auf, sich auf offizielle Informationen zu verlassen und nicht auf „Gerüchte und Spekulationen“.

Für Irritationen sorgten allerdings widersprüchliche Informationen. Der Chef der benachbarten Region Burjatien, Alexej Zydenow, hatte in sozialen Netzwerken zunächst einen möglichen Zusammenhang mit der Pest erwähnt. Der Eintrag wurde anschließend geändert. Danach war nur noch von einer Frau die Rede, die „mutmaßlich an der Pest“ gestorben sei.

Berichte teilweise gelöscht

Nach Angaben von „Ljudy Baikala“ wurden in russischen Medien mehrere Berichte über den Fall nachträglich geändert oder gelöscht. Dazu gehörten demnach Beiträge über die rund 200 unter Beobachtung gestellten Menschen sowie über ein mögliches Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen Hygienevorschriften mit tödlichen Folgen. Auch andere regionale Medien hätten entsprechende Beiträge entfernt.

Unterdessen verhängten mehrere Krankenhäuser in Irkutsk zeitweise Quarantänemaßnahmen. In der Bevölkerung nahm die Sorge vor einer möglichen Infektion zu. Medienberichten zufolge kauften Menschen in Apotheken große Mengen Antibiotika, teilweise soll es dabei sogar zu Auseinandersetzungen gekommen sein. Eine Mitarbeiterin des Pestforschungsinstituts sprach von einer regelrechten Panik.

Auch in einem Aluminiumwerk in Schelechow wurde eine Maskenpflicht eingeführt. Die Unternehmensleitung erklärte allerdings, dies sei nicht ungewöhnlich und stehe auch mit saisonalen Erkrankungen in Zusammenhang. Sie warnte davor, Gerüchte zu verbreiten.

IAR/jc