Ein Warschauer Gericht hat gegen den 66-jährigen Krzysztof N. zwei Monate Untersuchungshaft angeordnet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem vor, einen gewaltsamen Umsturz der Staatsgewalt vorbereitet zu haben. In diesem Zusammenhang wird auch ein möglicher Anschlag auf Ministerpräsident Donald Tusk und Vizepremier Władysław Kosiniak-Kamysz untersucht.
Der Beschuldigte war am Sonntag festgenommen worden und erhielt am Dienstag neun Vorwürfe. Der schwerste davon kann mit zwei bis 15 Jahren Haft bestraft werden. Weitere Anschuldigungen beziehen sich auf im Internet veröffentlichte Aufnahmen. Darin soll Gewalt zur Erreichung politischer Ziele propagiert und zu Straftaten aus nationalen, ethnischen, rassistischen sowie politischen Motiven aufgerufen worden sein.
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellten Ermittler mehrere improvisierte explosive Gegenstände sicher. Nach einer ersten Einschätzung könne es sich um hausgemachte Splittergranaten handeln. Ihre genaue Beschaffenheit soll noch kriminaltechnisch überprüft werden. Zudem wurden waffenähnliche Gegenstände gefunden, die vorläufig als Alarm- oder Druckluftwaffen eingeordnet wurden, sowie IT-Geräte und eine Kontaktliste sichergestellt.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft berichtete der Beschuldigte von einer radikal eingestellten Gruppe, die einen gewaltsamen Machtwechsel in Polen propagiert habe. Er habe von drei Einheiten und einer weiteren Gruppe in Gründung gesprochen. Hinweise auf eine Steuerung durch ausländische Dienste liegen den Ermittlern bislang nicht vor. Dieser Aspekt wird weiter untersucht.
PAP/adn