Vietnam betrachte Polen als wichtigsten Partner in Mitteleuropa, sagte Hưng. Beide Länder wollten auch im Verteidigungsbereich enger zusammenarbeiten, etwa bei der Bekämpfung von Cyberkriminalität. Polen begrüße das Interesse Vietnams an seiner Rüstungsindustrie, sagte Tusk. Entsprechende Gespräche liefen bereits.
Beide Seiten wollen zudem ihre Wirtschaftsbeziehungen ausbauen. Eine gemeinsame Kommission soll das Ziel verfolgen, das bilaterale Investitionsvolumen bis 2030 auf sechs Milliarden US-Dollar zu steigern. Tusk verwies auf neue Chancen durch das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam. Polnische Unternehmen stießen auf dem vietnamesischen Markt jedoch weiterhin auf Hindernisse. Warschau wolle bessere Bedingungen für Agrar- und Lebensmittelexporte sowie für Investitionen in den Bereichen Pharma, IT und grüne Technologien erreichen.
Auch Russlands Krieg gegen die Ukraine war Thema der Gespräche. Tusk räumte ein, dass Vietnam den Konflikt aus einer anderen Perspektive betrachte. Beide Länder verbinde jedoch ihre eigene Kriegserfahrung. Polen werde sich für Frieden einsetzen, sagte Tusk, aber nicht um den Preis einer Kapitulation. Eine Lösung müsse gerecht sein und Grenzen sowie staatliche Souveränität respektieren.
Die Regierungen unterzeichneten außerdem Vereinbarungen in den Bereichen Bildung und Tourismus. Die Fluggesellschaft LOT plant, im ersten Quartal 2027 eine Direktverbindung zwischen Warschau und Hanoi aufzunehmen.
IAR/jc