Die Berechnungen von PolskieRadio24.pl beruhen auf einem Szenario, in dem die Folgen der beiden Krisen von anderen Markteinflüssen getrennt werden. Es handelt sich ausdrücklich um Schätzungen, nicht um eindeutig nachweisbare Kosten oder eine verlässliche Preisprognose.
Die Kraftstoffpreise waren in Polen im vergangenen Jahr stark gestiegen. Ende September kostete ein Liter Benzin der Sorte Pb95 im Durchschnitt 8,19 Złoty (rund 1,92 Euro), Diesel 9,14 Złoty (rund 2,14 Euro). Anfang Oktober senkte die Regierung im Rahmen des Programms „CPN“ die Mehrwertsteuer von 23 auf acht Prozent, reduzierte die Verbrauchsteuer und führte staatliche Höchstpreise ein.
Sollten beide Krisen enden, könnten die Marktpreise laut der Simulation langfristig um 1,09 bis 1,67 Złoty (rund 0,26 bis 0,39 Euro) je Liter Benzin und 1,36 bis 2,28 Złoty (rund 0,32 bis 0,53 Euro) je Liter Diesel sinken. Die Entlastung würde jedoch nicht sofort vollständig bei den Verbrauchern ankommen.
Während die Ölpreise nach einem Friedensabkommen schnell reagieren könnten, dürfte die Reparatur beschädigter russischer Raffinerien sechs bis zwölf Monate dauern. Zudem könnte das Auslaufen der staatlichen Steuerentlastungen Ende 2026 einen Teil der möglichen Preisrückgänge wieder aufzehren. Die tatsächliche Entwicklung hängt unter anderem von der Wiederaufnahme der Öltransporte durch die Straße von Hormus, der Erholung der weltweiten Vorräte und der Reparatur der Raffinerien ab.
IAR/jc