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EU-Luftfahrtbehörde untersucht Serie falscher Bombendrohungen gegen Passagierflugzeuge

06.11.2026 06:47
Europa erlebt eine Serie falscher Bombendrohungen gegen Passagierflugzeuge. Allein am Donnerstag waren nach Reuters-Angaben mindestens 27 Maschinen betroffen.
Sprengstoff wurde bislang in keinem der betroffenen Flugzeuge gefunden.
Sprengstoff wurde bislang in keinem der betroffenen Flugzeuge gefunden. pixabay.pl

Die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA befasst sich mit einer Serie falscher Bombendrohungen gegen Passagierflugzeuge in Europa. Das hat die Behörde dem Polnischen Rundfunk bestätigt. Allein am Donnerstag (5. November) waren nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mindestens 27 Flugzeuge betroffen.

In einer Stellungnahme an den Polnischen Rundfunk erklärte die Behörde, einzelne Vorfälle stellten nur ein geringes Sicherheitsrisiko dar. Gleichzeitig warnte die EASA vor den Folgen für den Flugverkehr. Jede erzwungene Änderung einer Flugroute störe den Betriebsablauf.

Ob die Bombendrohungen auf einen neuen Bedrohungstrend hindeuten, wollte die Behörde nicht beurteilen. Die Analyse möglicher Hintergründe und Verbindungen sei Aufgabe der Sicherheitsdienste in den Mitgliedstaaten.

Die Serie von Drohungen hatte sich in den vergangenen Tagen deutlich ausgeweitet. Am Dienstag waren mindestens sieben Passagierflugzeuge betroffen, am Donnerstag bereits 27. Auch Verbindungen von und nach Polen gerieten ins Visier. Mehrere Maschinen mussten ihre Flugroute ändern, in einigen Fällen wurden Kampfjets zu ihrer Begleitung aufsteigen gelassen.

So wurde bereits am Montag ein Flugzeug der ungarischen Fluggesellschaft Wizz Air auf dem Weg von London nach Sofia nach Budapest umgeleitet. Ein ungarischer Gripen-Kampfjet begleitete die Maschine. Einen Tag später musste eine Boeing 737 MAX der polnischen Fluggesellschaft LOT auf dem Weg von London nach Warschau nach Modlin ausweichen. Auch ein Flugzeug der skandinavischen Airline SAS aus Kopenhagen landete unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Warschauer Chopin-Flughafen.

Am Donnerstag kam es zu weiteren Zwischenfällen. Ein Airbus A320 der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus auf dem Weg von Dublin nach Rom wurde zu einem französischen Militärflugplatz bei Évreux umgeleitet. An Bord befanden sich 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Französische Kampfjets eskortierten die Maschine. Nach der Landung wurden die Passagiere evakuiert und das Flugzeug von Sprengstoffexperten untersucht.

Auch ein Flugzeug der LOT auf dem Weg von Warschau nach Brüssel sowie eine Maschine der Wizz Air von Mailand nach Warschau waren betroffen. Letztere wurde nach Wien umgeleitet. Am Chopin-Flughafen in Warschau musste zudem ein LOT-Flugzeug auf dem Weg nach Paris während des Rollens gestoppt werden.

Bei sämtlichen bisherigen Sicherheitskontrollen wurden keine Sprengstoffe oder gefährlichen Gegenstände gefunden. Wer hinter den Drohungen steckt und ob die einzelnen Meldungen miteinander in Verbindung stehen, ist bislang unklar.