Litauen hat seine Wachsamkeit wegen möglicher Provokationen aus Russland und Belarus erhöht. Die Geheimdienste Litauens und Polens tauschen nach Angaben des litauischen Verteidigungsministers Robertas Kaunas aktuelle Informationen aus. Die deutsche Brigade in Litauen analysiert und klassifiziert zugleich Signale aus Belarus und dem Kaliningrader Gebiet. Sie erprobt Technik zur Erkennung von Drohnen und zur Störung von Kommunikationsverbindungen.
Die dabei gewonnenen Daten sollen unter anderem helfen, neue russische und belarussische Radarsysteme zu erkennen sowie deutsche Kampfflugzeuge und die litauischen Streitkräfte zu unterstützen. Litauen hatte die Sicherung seiner Grenze zum Kaliningrader Gebiet bereits vor einigen Wochen mit zusätzlichen Soldaten verstärkt. Weitere Kräfte seien derzeit nicht nötig, Unterstützungseinheiten blieben jedoch mindestens bis Ende November vor Ort.
Wie Premierminister Tusk am Dienstag mitteilte, hatten hatten polnische Dienste Ende Oktober Hinweise auf mögliche Sabotageakte an der Grenze zum Kaliningrader Gebiet erhalten. Grenzschützer hätten nachts Personen mit Taschenlampen an der polnisch-russischen Grenze bemerkt. Die Sicherheitskräfte hätten rasch reagiert und möglicherweise eine Provokation verhindert. Tusk schränkte dies ein: „Falls dies tatsächlich die Absicht gewesen sein sollte, denn das werden wir letztlich nicht vollständig bestätigen können.“
Eine inoffizielle Recherche von Polskie Radio berichtet über die Präsenz der Gruppe „Czarne Rusy“ im Kaliningrader Gebiet nahe der polnischen Grenze. Dabei handelt es sich um eine informelle, von russischen und belarussischen Diensten geschaffene Gruppe. Zusätzliche Kräfte, darunter GROM, Grenzschutz und Polizeispezialisten, sind in den Woiwodschaften Ermland-Masuren und Podlachien eingesetzt.
Das Kommando der polnischen Spezialkräfte erklärte zudem, in Ermland-Masuren liefen Ausbildungsmaßnahmen gemeinsam mit anderen Militäreinheiten und der Polizei.
IAR/adn