Estland wird zum Mitglied des Drei-Meere-Fonds. Damit ist der Staat im Baltikum das dritte Land, dass der Initiative beigetreten ist. Wie Estlands Außenminister Urmas Reinsalu am Donnerstag mitteilte, sei der Beitritt zum Fundus "ein wichtiger Schritt für sein Land", der einen starken Impuls zur Überwindung strategischer Mängel bei Infrastruktur-Investitionen, insbesondere in Bereichen wie Energiesicherheit geben wird.
Der Drei-Meere-Fonds wurde Mitte 2019 von Polen und Rumänien ins Leben berufen. Initiator und Leiter dieses Projekts ist Polens Entwicklungsbank BGK (Bank Gospodarstwa Krajowego). Dem Fundus können jederzeit andere Länder der Region beitreten. Derzeit gehören der Initiative Vertreter von Entwicklungsinstitutionen aus Polen und Rumänien an.
Der Fonds ist kommerzieller Natur, ist unter Marktbedingungen tätig und soll zukünftig eine der größten Kapitalgruppen der Welt sein. Die Mittel werden aus verschiedenen Quellen stammen. Das derzeitige Budget übersteigt 500 Mio. EUR. Gesucht werden derzeit weitere Investoren.
Der Fonds soll Projekte in Bereichen durchführen, die für die Drei-Meere-Region als vorrangig eingestuft wurden. Dazu gehört eine nachhaltige Verkehrsinfrastruktur, so wie Eisenbahnstrecken, Binnenwasserstraßen, Häfen, Autobahnen, Energieinfrastruktur und digitale Infrastruktur. Laut BGK herrscht in diesen Bereichen die größte Diskrepanz zwischen den Ländern des westlichen Teils der Europäischen Union und den Ländern der Gemeinschaft der Drei-Meeres-Region. Eines der regionalen Beispielprojekte ist der Bau der Via Carpatia, die den Klaipeda-Hafen in Litauen mit Thessaloniki in Griechenland verbinden wird.
IAR/jc