Deutsche Redaktion

Kranzniederlegung anlässlich Kniefall von Warschau

08.12.2020 10:40
In Polens Hauptstadt ist der historischen Geste des damaligen Bundeskanzlers vor 50 Jahren gedacht worden.
Szef Urzędu Prezydenta Federalnego Stephan Steinlein i ambasador Republiki Federalnej Niemiec w Polsce Arndt Freytag von Loringhoven oraz szef gabinetu Prezydenta RP Krzysztof Szczerski
Szef Urzędu Prezydenta Federalnego Stephan Steinlein i ambasador Republiki Federalnej Niemiec w Polsce Arndt Freytag von Loringhoven oraz szef gabinetu Prezydenta RP Krzysztof Szczerski PAP/Marcin Obara

In Warschau ist der historischen Geste des damaligen Bundeskanzlers vor 50 Jahren gedacht worden. Der Leiter der polnischen Präsidialkanzlei, Krzysztof Szczerski und der Chef des Bundespräsidialamts, Stephan Steinlein, legten am Montag anlässlich des Jahrestags einen Kranz am Denkmal für die Toten des Aufstands im Warschauer Ghetto 1943 nieder.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte in einer Videobotschaft Brandts Kniefall. Der Emigrant und Widerstandskämpfer Brandt, "der selbst ohne Schuld war, bekannte mit seinem Kniefall deutsche Schuld und bat um Vergebung", erklärte Steinmeier. "Darin lag die Größe dieser Geste Willy Brandts." Weitere Kranzniederlegungen fanden am Montag am Denkmal für Willy Brandt und am Denkmal für den Warschauer Aufstand von 1944 statt.

Der damalige Bundeskanzler Brandt hatte am 7. Dezember 1970 als erster westdeutscher Regierungschef nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die polnische Hauptstadt besucht. Am Ehrenmal für den Aufstand im jüdischen Ghetto von Warschau legte Brandt einen Kranz ab, kniete plötzlich nieder und verharrte eine halbe Minute schweigend. Bei seinem Besuch in Polen unterzeichnete Brandt dann auch den Warschauer Vertrag, in dessen Mittelpunkt die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze als Westgrenze Polens stand. Er war ein Ergebnis der Entspannungspolitik der sozial-liberalen Koalition unter Brandt gegenüber den sogenannten Ostblock-Staaten.


AFP/IAR/jc