Deutsche Redaktion

Financial Times: Scholz weicht offenbar Versprechen zu militärischer Unterstützung für Litauen auf

15.06.2022 16:00
Bundeskanzler Olaf Scholz hat bei seinem letzten Besuch in Litauen "zusätzliche militärische Unterstützung" für den Baltenstaat versprochen. Stattdessen plane Berlin offenbar nun aber, zusätzliche Nato-Truppen nicht in Litauen, sondern bei sich zu stationieren.
Olaf Scholz podczas wizyty na Litwie
Olaf Scholz podczas wizyty na Litwie Fot. Twitter/Bundeskanzler

Bundeskanzler Scholz zieht sich offenbar aus einem Versprechen zu zusätzlicher militärischer Unterstützung Litauens zurück, berichtet die Financial Times. Wie das Blatt erinnert, habe der Bundeskanzler Litauen am 7. Juni zusätzliche militärische Unterstützung zur Abschreckung Russlands zugesagt. Das deutsche Engagement, so die Ankündigung, sollte in Richtung "einer starken Kampfbrigade" ausgebaut werden. Im Falle eines Angriffs, würde sich Deutschland verpflichtet fühlen, "jeden Zentimeter des NATO-Territoriums zu verteidigen". 

 

Stattdessen plane Deutschland, laut der Financial Times, zusätzliche Nato-Truppen nicht in Litauen, sondern in Deutschland zu stationieren. Die besagte Brigade würde demnach nur bei Bedarf von Deutschland nach Litauen entsandt werden dürfen. In Litauen würden laut dem jüngsten Vorschlag etwa 60 Mann ständig stationiert bleiben, der Rest würde regelmäßig vor Ort trainieren. Das Bundesverteidigungsministerium wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern, da es Aussagen ausländischer Politiker und Medienberichte nicht kommentiere, so "FT".

tvp.info/ft/ps/adn