Deutsche Redaktion

Polens Regierungschef fordert bezahlbare Energie in der EU

31.08.2022 09:26
Europa müsse angesichts des russischen Einmarsches in der Ukraine seinen Mechanismus zur Gestaltung der Energiepreise ändern, erklärte Polens Ministerpräsident auf einem Energie-Gipfel in Dänemark. "Das ETS-System sollte bezahlbar sein".
Mateusz Morawiecki
Mateusz MorawieckiPAP/Marcin Obara

Europa müsse angesichts des russischen Einmarsches in der Ukraine seinen Mechanismus zur Gestaltung der Energiepreise ändern, erklärte Polens Ministerpräsident auf einem Energie-Gipfel in Dänemark. Das derzeitige Emissionshandelssystem (ETS) der Europäischen Union sollte "für ein oder zwei Jahre aufgehoben werden", damit die Strompreise für Haushalte und Unternehmen gesenkt werden können, sagte Mateusz Morawiecki.

"Wir können zu diesem System zurückkehren, wenn wir die Energieversorgung für ganz Europa sichern und den Frieden in der Ukraine wiederherstellen", so Polens Regierungschef während des Energie-Gipfels in Kopenhagen am Dienstag. Polen plane auch große Investitionen in Windparks, "aber im Moment brauchen wir eine stabile Stromversorgung, bezahlbare Strompreise und ein sicheres Energiesystem".

"Es gibt keine echte Energiewende ohne Energiesicherheit", betonte Polens Ministerpräsident gegenüber Reportern. "Der Kreml führt seit Jahren einen Energie- und Gaskrieg. Russland setzt Energiesicherheit als Waffe ein", warnte er. Heute habe Russland ein Netz der Energieabhängigkeit um einige Mitgliedstaaten der Europäischen Union gewickelt. "Deshalb müssen wir gemeinsam Lösungen finden, um den Angriffen des Kremls entgegenzuwirken".

Mateusz Morawiecki war am Dienstag auf dem Gipfeltreffen zur Energiesicherheit im Baltikum in Kopenhagen, wie die polnische Nachrichtenagentur PAP berichtete. An dem von der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen ausgerichteten Treffen haben auch die estnische Regierungschefin Kaja Kallas, die finnische Ministerin Sanna Marin, Lettlands Krišjānis Kariņš und der litauische Präsident Gitanas Nausėda sowie die Chefin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen teilgenommen. Das Treffen war der "Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Energiesicherheit in der Ostseeregion" gewidmet, so die Organisatoren.


PAP, wpolityce.pl/ps