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Diplomatische Note an Deutschland über Reparationen bis Jahresende

08.09.2022 09:33
Der Regierungsbericht über die Kriegsschäden, die Polen während der Besatzung durch Deutschland erlitten hat, "zeigt deutlich, dass die Reparationspflichten Deutschlands nicht abgelaufen sind", so ein stellvertretender Außenminister.
Szymon Szynkowski vel Sęk
Szymon Szynkowski vel SękPAP/Paweł Jaskółka

Polen werde Deutschland bis Ende des Jahres eine diplomatische Note zu den Kriegsreparationen übermitteln, hat der stellvertretende Außenminister Szymon Szynkowski vel Sęk dem Polnischen Rundfunk mitgeteilt.

Die Note werde derzeit vorbereitet. Der neue Regierungsbericht über die Kriegsschäden, die Polen während der deutschen Besatzung erlitten hat, "zeigt deutlich, dass Deutschlands Reparationspflichten noch nicht abgelaufen sind", fügte er hinzu.

Die jüngste Aussage des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz, in der er die Reparationsfrage für erledigt erklärte, hat Szynkowski vel Sęk kritisiert.

Dem Diplomaten zufolge habe der "2+4"-Vertrag von 1990 über eine einheitliche deutsche Außenpolitik, auf den sich Scholz gestützt habe, keine Reparationsfragen umfasst.

"Es ist sehr zweifelhaft, zu dem Schluss zu kommen, dass ein Dokument, in dem ein Thema nicht behandelt wird, dieses Thema abschließt", sagte Szynkowski vel Sęk.

Der Bericht über Polens Kriegsschäden, der am Donnerstag letzter Woche präsentiert wurde, beziffert die durch den Krieg verursachten materiellen und menschlichen Verluste Polens auf 1,3 Billionen Euro, berichtete die polnische Nachrichtenagentur PAP.


PAP/ps