"Von diesem Ort aus, an dem unschuldige Kinder und Frauen ermordet wurden, fordere ich den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland auf, in einen Dialog einzutreten und ein für alle Mal die Frage der Entschädigung für alle Folgen des Zweiten Weltkriegs für die polnische Nation und den polnischen Staat zu regeln", sagte Arkadiusz Mularczyk am Sonntag bei den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag der deutschen Morde an Zivilisten im Dorf Gręzówka in Ostpolen.
Zuvor hatte Mularczyk ein Expertenteam geleitet, das einen umfassenden Bericht über die von Deutschland verursachten polnischen Verluste im Zweiten Weltkrieg erstellt hat. Vor kurzem ist der Abgeordnete der Regierungspartei PiS zum stellvertretenden Außenminister für europäische und deutsche Beziehungen ernannt worden.
Am 1. September hat die polnische Regierung einen umfassenden Bericht über die materiellen Verluste Polens während des Zweiten Weltkriegs präsentiert. Polens national-konservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hat daraufhin versprochen, von Deutschland Reparationszahlungen in Höhe von 1,3 Billionen Euro zu fordern. Im Oktober hat das Auswärtige Amt die Forderung in einer diplomatischen Note an Deutschland formalisiert. Seitdem hat die Bundesregierung die Frage der Reparationen für Polen wiederholt als abgeschlossen bezeichnet.
PAP/ps/adn