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Morawiecki: Explosion in Polen könnte russische Provokation sein

17.11.2022 08:40
Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Vorfall, bei dem eine Rakete zwei Menschen in einem südostpolnischen Dorf getötet hat, auf eine "Provokation" Russlands zurückzuführen sei, sagte Polens Premierminister.
Premier Mateusz Morawiecki przemawia w Sejmie
Premier Mateusz Morawiecki przemawia w SejmieKancelaria Premiera/TT

“Wir kennen zwar nicht die genauen Ursachen der Tragödie in Przewodów, aber wir kennen die Hauptursache - Russlands Aggression gegen die Ukraine", sagte Mateusz Morawiecki am Mittwoch vor dem Parlament in Warschau.

“Diese Tragödie wäre nicht passiert, wenn Russland nicht gestern einen massiven Raketenangriff auf die Ukraine gestartet hätte”, fügte er hinzu.

“Wir können nicht ausschließen, dass der Beschuss der ukrainischen Infrastruktur in der Nähe der Grenze eine absichtliche Provokation war, in der Hoffnung, dass eine solche Situation entstehen könnte”, sagte Morawiecki.

“Gestern fand in Przewodów eine Explosion statt, bei der zwei polnische Staatsbürger getötet wurden. Jetzt ist es an der Zeit für eine gründliche Untersuchung durch alle Dienste, eine gemeinsame Verurteilung Russlands durch die internationale Gemeinschaft und eine harte Antwort der NATO und der Europäischen Union.”

Wir haben eine sehr starke Unterstützung

Der Premierminister versicherte, dass Polen inmitten des russischen Krieges sicher sei.

“Wir haben eine sehr starke Unterstützung von außen. Das mächtigste Militärbündnis der Geschichte steht hinter uns: Die NATO”, sagte Morawiecki.

Er fügte hinzu, dass Staats- und Regierungschefs aus vielen Ländern “ihre volle Unterstützung” für Polen “und ihre volle Unterstützung bei der Verteidigung der Souveränität der Ukraine” erklärten.

NATO-Chef: Russland trägt volle Verantwortung für Raketeneinschlag in Polen 

Gleichzeitig würde nichts auf einen vorsätzlichen Angriff oder offensive Maßnahmen Russlands gegen die NATO deuten, teilte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg mit.

Der Nordatlantikrat der Allianz wurde am Mittwoch einberufen, um über die jüngsten Ereignisse in Polen zu beraten. Die Explosion einer Rakete an der östlichen Grenze Polens sei passiert, nachdem Russland wahllos Raketen auf ukrainisches Gebiet abgefeuert hatte, erklärte Stoltenberg. Die Ermittlungen würden noch andauern.

Vorläufige Analysen deuten darauf hin, dass die Explosion in Przewodów wahrscheinlich durch eine zur Verteidigung des ukrainischen Territoriums abgefeuerte ukrainische Flugabwehrrakete verursacht wurde, erklärte NATO-Chef Jens Stoltenberg auf einer Pressekonferenz in Brüssel. „Aber lassen Sie mich eines klarstellen: Die Ukraine ist nicht schuld. Es ist Russland, das die volle Verantwortung trägt, da es seinen illegalen Krieg gegen die Ukraine fortsetzt", betonte er.

Gleichzeitig gebe es keine Hinweise darauf, dass es sich um einen vorsätzlichen Angriff handelt oder Anzeichen dafür, dass Russland offensive Maßnahmen gegen die NATO vorbereite, so Stoltenberg.

Geht es nach dem Norweger haben Polen und die Nato-Verbündeten in ausgewogener und abgestimmter Weise auf die Explosion in Przewodów reagiert. Die NATO-Mitglieder seien sich einig, wachsam, ruhig und eng koordiniert zu bleiben. Die NATO-Staaten seien solidarisch mit Polen und würden die Ukraine weiterhin unterstützen, betonte Stoltenberg.

 

PAP/IAR/jc/ps