Die Registrierung aller Wehrpflichtigen in Belarus sei praktisch abgeschlossen, sagte Latuschka dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Seiner Meinung nach müsse Lukaschenko nur noch auf Anweisung des Kremls den Knopf drücken, um die Mobilisierung einzuleiten.
Fast alle belarussischen Mitarbeiter des Innenministeriums seien aufgefordert worden, ihre Pässe abzugeben, betonte Latuschka unter Berufung auf Quellen in Minsk. Dadurch könnten die Beamten belarussisches Territorium nach einer Mobilmachung nicht mehr verlassen, erklärte der Oppositionelle.
Die russische Militärpräsenz in Belarus - sowohl in Bezug auf die Anzahl der Soldaten als auch auf die militärische Ausrüstung - würde weiterhin zunehmen, so Latuschka.
„Strategischer Fehler" des Westens
Latuschka wies auch auf den „strategischen Fehler" des Westens hin, der Lukaschenko sechs Monate lang keine Aufmerksamkeit geschenkt habe. Man führe keine neuen Sanktionen ein, übe keinen Druck aus, sagte er. Lukaschenko würde dadurch Zeit gewinnen, um sich auf die nächste Phase des Krieges vorzubereiten. Latuschka zufolge gehe es um die Teilnahme an der russischen Militäroffensive von Norden her gegen die Ukraine. Seiner Meinung nach schätze der Westen Lukaschenkos Rolle im Bündnis mit Kremlchef Wladimir Putin erneut falsch ein.
RMF24/ps