Polen hat am Sonntag den 160. Jahrestag des Januaraufstandes von 1863 begangen. Des größten und längsten bewaffneten Aufstands gegen die russische Herrschaft auf polnischem Boden, wie die polnische Nachrichtenagentur erinnerte. „Mit Waffen in den Händen haben sich die Polen gegen das Zarenreich erhoben, das unser Recht auf Selbstbestimmung nicht anerkannte und alles was polnisch war, in einem Prozess gnadenloser Russifizierung zerstörte", hieß es auf der Internetseite des polnischen Präsidenten.
„Unsere Nation hat mit einer kraftvollen Stimme des Stolzes und des Protests gesprochen", fügte Andrzej Duda hinzu.
Polens Verteidigungsminister hat am Sonntag eine Gedenktafel für die Helden des Januaraufstands im neuen polnischen Armeemuseum enthüllt. „Der Januaraufstand brach aus, weil die Polen sich nie mit allem abgefunden haben, was mit Unterdrückung und Freiheitsentzug zu tun hat, weil wir diesen Charakterzug, den Wunsch nach Freiheit, in unseren Genen haben", sagte Mariusz Blaszczak bei der Gedenkveranstaltung in der Warschauer Zitadelle, einer auf Befehl von Zar Nikolaus errichteten Festung aus dem 19. Jahrhundert.
In Litauen hat auch Präsident Gitanas Nauseda den Kämpfern und Gefallenen des Januaraufstandes von 1863 am Sonntag seine Ehre erwiesen. „Wir haben unsere Helden nie vergessen (...) aber in diesen Tagen, in denen die brüderliche Nation Ukraine gezwungen ist, sich gegen die brutale russische militärische Aggression zu verteidigen, ist ihr Andenken für uns besonders wichtig", sagte er.
Der am 22. Januar vor 160 Jahren ausgelöste Aufstand war ein Meilenstein in der polnischen Geschichte und hatte die Wiederherstellung der polnisch-litauischen Gemeinschaft zum Ziel. Im darauffolgenden Jahr wurde er von den zaristischen Truppen brutal niedergeschlagen.
PAP/ps