Die polnische Familie Ulma, die während der deutschen Okkupation mehrere Juden rettete, soll am 10. September seliggesprochen werden. Die Zeremonie soll im Dorf Markowa im Südosten Polens, wo die Familie lebte, stattfinden, informierten Kirchenvertreter am Mittwoch. Im Dezember hat Papst Franziskus das Martyrium der Familie in einem Dekret anerkannt.
Die Ulmas wurden von den deutschen Nazis für ihre Hilfe für eine jüdische Familie in ihrem Haus in Polen exekutiert. Mit der Anerkennung ihres Martyriums durch den Papst kann das polnische Ehepaar nun zusammen mit ihren sieben Kindern, darunter einem ungeborenen, seliggesprochen werden.
„Die Familie Ulma wurde von den deutschen Besatzern ermordet, weil sie Juden geholfen und sie versteckt hat. Ihr Heldentum ist ein Symbol, und die Erinnerung an sie wird bleiben. Der Heilige Vater hat das Dekret über das Martyrium der Familie Ulma gebilligt, das den Weg für ihre Seligsprechung öffnet", schrieb Präsident Andrzej Duda auf Twitter.
Am 24. März 1944 hat eine deutsche Nazi-Patrouille das Haus der Familie Ulma im Dorf Markowa in Südpolen umstellt. Wiktoria und Józef hatten dort acht Juden versteckt. Dafür wurden sie zusammen mit ihren sieben Kindern und den jüdischen Flüchtlingen hingerichtet. 1995 wurden Jozef und Wiktoria posthum mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern" ausgezeichnet. 2018 hat das polnische Parlament auf Initiative von Präsident Andrzej Duda den 24. März als Nationalen Tag des Gedenkens an die polnischen Judenretter unter deutscher Besatzung festgelegt. Das Datum erinnert an den Tag im Jahr 1944, an dem die Nazi-Deutschen die gesamte Familie Ulma hingerichtet haben.
PAP/jc