In einem Interview mit der polnischen Presseagentur PAP wies Dr. Elżbieta Sieradzka-Burghardt vom Jarosław-Museum darauf hin, dass wir Frauen aus der Zeit des Januaraufstandes meist mit schwarz gekleideten Damen aus der Zeit der Staatstrauer assoziieren. Auf Gemälden und Drucken aus dieser Zeit seien sie größtenteils trauernd abgebildet, oft in Abschiedssituationen, bevor ihre Männer in den Krieg zogen.
„Wir wissen, dass Frauen an patriotischen Demonstrationen teilnahmen, Geld für aufständische Truppen sammelten, in Lazaretten Dienst leisteten und sich um die würdige Bestattung der Gefallenen kümmerten“, erklärte Sieradzka-Burghardt und ergänzte: „Natürlich dienten sie auch in aufständischen Einheiten, aber meist als Kuriere, um wichtige Informationen und Befehle zu überbringen.“ Von Frauen, die mit der Waffe in der Hand für die Freiheit Polens gekämpft haben, habe es nur ein paar Dutzend gegeben, so die Expertin.
Eine der kämpfenden Frauen sei Józefa Maciejewska gewesen. Sie habe in der Einheit eines der wichtigsten Befehlshaber, Marcin "Lelewel" Borelowski, gekämpft und wurde später per Haftbefehl gesucht. Auch ihre beiden jüngeren Schwestern Bronisława und Waleria seien Aufständische gewesen.
„Am 3. September 1863, in der blutigen Schlacht von Panasówka in der Region Lublin, kämpfte Józefa Maciejewska als Krakus, bewaffnet mit einer Sense. Die tapfere Frau erlitt 16 Wunden durch einen Schlagstock, wurde aber von ihrem Mitstreiter Wojciech Hendzel vor dem Tod bewahrt“, führte Sieradzka-Burghardt aus. Hendzel habe sie vor den Kosaken geschützt und schwer verwundet vom Schlachtfeld getragen.
Wann Józefa Maciejewska geboren wurde und wo sie vor und nach dem Aufstand lebte, sei laut der Museumsmitarbeiterin nicht bekannt.
PAP/js