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Vize-Außenminister: EU-Gelder sind kein Ersatz für Kriegsentschädigungen

03.04.2023 11:48
Wie der Politiker im Gespräch mit dem 1. Programm des Polnischen Rundfunks erklärte, werde ein solches Argument oft von Deutschland in Diskussionen über Kriegsentschädigungen verwendet.
Mularczyk: przekazane dokumenty są istotnym elementem dziedzictwa historycznego
Mularczyk: przekazane dokumenty są istotnym elementem dziedzictwa historycznego Sebastian Indra / MSZ / twitter.com/PolandMFA

Es sei ein Kuriosum, EU-Gelder als Entschädigung für Kriegsverbrechen zu betrachten, sagt Vize-Außenminister Arkadiusz Mularczyk. Wie der Politiker im Gespräch mit dem 1. Programm des Polnischen Rundfunks erklärte, werde ein solches Argument oft von Deutschland in Diskussionen über Kriegsentschädigungen verwendet. Die EU-Fonds, so der Politiker, würden aus den Beiträgen aller EU-Mitgliedsstaaten bezahlt. Aber weder die Franzosen noch die Dänen können für deutsche Verbrechen aufkommen. "Wir haben viele Länder, die mehr zahlen, als sie von der EU bekommen, und ich sehe keinen Grund, warum Frankreich, die Niederlande oder Dänemark für deutsche Kriegsverbrechen zahlen sollten", so Mularczyk. 

Wie der Vize-Außenminister hinzufügte, würden auch deutsche Unternehmen in hohem Maße von den EU-Geldern für Polen profitieren. Diese Gelder würden zwar an der Weichsel investiert, aber die Dividenden aus den Investitionen würden auch von westlichen Unternehmen, darunter auch von deutschen, kassiert.

Die polnische Regierung versucht, von Deutschland Entschädigungen für den Zweiten Weltkrieg zu erhalten. Im September letzten Jahres hatte die Regierung in Warschau einen Bericht vorgelegt, der die polnischen Kriegsverluste auf mehr als sechs Billionen Zloty bezifferte.

IAR/adn