Die Einfuhr von Getreide aus der Ukraine hat die polnischen Landwirte zu Protesten veranlasst. Sie erklärten, dass das Getreide, das billiger als polnisches Getreide ist, nicht in ein Drittland exportiert, sondern von Unternehmen in Polen aufgekauft wurde, was zu einem Preisverfall führte. Die Landwirte haben eine strengere Kontrolle der Einfuhren gefordert.
Am Freitag erklärte Robert Telus auf einer Pressekonferenz in Dorohusk, dass „die ukrainische Seite ... einen Vorschlag gemacht hat, den Zustrom von Getreide nach Polen für einige Zeit stark einzuschränken und im Moment sogar ganz zu stoppen.” „Die Situation ist komplex, sowohl für die ukrainischen als auch für die polnischen Landwirte. Wir alle wissen, wer der Schuldige ist, aber wir müssen dieses Problem lösen”, fügte er hinzu.
Landesweite Proteste gegen Getreide aus der Ukraine
Seit Wochen protestieren polnische Landwirte. Sie beklagen, dass günstige Getreideexporte aus der Ukraine zu Preiseinbrüchen geführt haben. Die Ukraine ist einer der weltweit größten Getreideexporteure.
Polens Landwirtschaftsminister Henryk Kowalczyk (PiS) trat am Mittwoch zurück. „Ich bin von meinem Amt als Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zurückgetreten”, erklärte Kowalczyk und beschuldigte die Europäische Kommission, die Landwirte nicht durch Maßnahmen wie Zölle auf ukrainische Getreideimporte unterstützt zu haben.
Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatten Polen und andere Länder in der Region angeboten, beim Transit des ukrainischen Getreides in Drittländer zu helfen, da Russland die traditionellen Handelsrouten blockierte. Doch mit dem Weitertransport hapert es – unter anderem auch deshalb, weil die Kapazität der polnischen Häfen ausgeschöpft ist.
IAR/PAP/jc