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EU-Minister: Manchmal reichen Gesten nicht aus

20.04.2023 12:11
„Deutschland, als eine Nation von Tätern und ein Staat, der für die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs verantwortlich ist, möchte das Thema Reparationen einseitig abschließen. Das ist nicht möglich“, sagte Polens Minister für EU-Angelegenheiten, Szymon Szynkowski vel Sęk.
Minister Szymon Szynkowski vel Sęk opowiedział o kwestii reparacji wojennych
Minister Szymon Szynkowski vel Sęk opowiedział o kwestii reparacji wojennychPrzemysław Marek Chmielewski/PR

Wie Szynkowski vel Sęk im Ersten Programm des Polnischen Rundfunks betonte, gebe es in den deutsch-polnischen Beziehungen „immer noch ungeklärte Fragen“. „Eines davon ist eben die Frage der Reparationen“, sagte er. Der Minister erinnerte daran, dass die Regierung in Berlin nach dem Krieg mit vielen Ländern abgerechnet hat, nicht aber mit Polen, dem verhältnismäßig größten Opfer des Zweiten Weltkriegs.

„Dies habe Außenminister Zbigniew Rau in seiner Rede im Parlament und bei der Übergabe der diplomatischen Note sehr treffend zum Ausdruck gebracht, als er sagte, dass es kein Rechtssystem gebe, in dem der Täter über das Ausmaß seiner Verantwortung entscheide“, betonte er.

Der Politiker verwies auch auf die Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto. Die Anwesenheit des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und seine Rede, in der er auf die Schuld der Deutschen hinwies, sei ein „klares Signal an die internationale Öffentlichkeit“ gewesen.

„Sicherlich ist die Anwesenheit des deutschen Bundespräsidenten bei diesen Feierlichkeiten ein wichtiges Symbol und eine wichtige Geste. Doch manchmal reichen Gesten nicht aus.“


IAR/jc