Kuleba zählt die Gründe auf, warum die Ukraine in die NATO aufgenommen werden sollte. Er erklärt zudem, warum das Argument, Russland durch eine Erweiterung des Bündnisses zu „provozieren“, seiner Meinung nach lächerlich ist.
Der Minister verweist auf die Unterstützung des NATO-Beitritts der Ukraine durch die Bürger der Länder der Europäischen Union und bezieht sich dabei auf eine im Februar dieses Jahres durchgeführte Umfrage. Nach den von Kuleba zitierten Daten betrachten 68 Prozent der Bürger der EU-Länder den Angriff Russlands auf die Ukraine als einen Angriff auf ganz Europa. Diese Ansicht wird von 80 Prozent der Polen und Spanier, 70 Prozent der Niederländer und 65 Prozent der Deutschen geteilt.
„Die russische Aggression gegen die Ukraine hat das Nordatlantische Bündnis neu belebt und ihm eine neue Daseinsberechtigung gegeben. Finnland ist beigetreten, nachdem es seine Differenzen mit den NATO-Ländern geklärt hatte. Schweden wird nachziehen und die Ukraine kann es auch. Es ist nur eine Frage des politischen Willens“, glaubt der Ukrainer.
Wie er hinzufügte, bittet die Ukraine nicht um „einen Zauberstaub“, sondern um „einen konkreten Zeitplan für den Beitritt der Ukraine zur NATO.“
Für Kuleba bedeutet die russische Aggression gegen die Ukraine nicht nur die Ermordung von Ukrainern und die Ausplünderung ihres Landes, sondern ist auch Ausdruck des russischen Willens, die Grundlagen der nach 1945 aufgebauten europäischen Sicherheitsordnung zu zerstören. Deshalb stehe nicht nur für die Ukraine, sondern für die gesamte euro-atlantische Gemeinschaft viel auf dem Spiel, schreibt der Minister. Ein Sieg über Russland und Frieden in der Ukraine sei eine Garantie für die Sicherheit künftiger Generationen, betonte er. Es müsse jedoch akzeptiert werden, dass die Ukraine Mitglied der NATO werde, „und zwar früher als später“.
„Die Ukraine braucht die NATO und die NATO braucht die Ukraine“, sagt er.
„Heute trainieren Millionen von Ukrainern ihre Fähigkeiten im blutigsten Krieg des 21. Jahrhunderts in Europa. Morgen werden sie diese Fähigkeiten nutzen, um die kollektive Sicherheit der NATO zu stärken“, versicherte der Außenminister Dmytro Kuleba in einem Namensartikel in der Zeitschrift Foreign Affairs.
PAP/jc