Der Migrationspakt sei ein Zugeständnis der Europäischen Union an die Menschenschmuggler, sagt der EU-Abgeordnete der Regierungspartei PiS, Zbigniew Kuźmiuk im 1. Programm des Polnischen Rundfunks.
Der Transport von Migranten nach Europa, so der Politiker, werde von organisierten kriminellen Gruppen durchgeführt. "Dies ist ein Vorschlag für einen Mechanismus, der die illegale Einwanderung tatsächlich fördert", so Kuźmiuk. "Wenn die Lager in Italien oder Griechenland durch den Umsiedlungsmechanismus geleert werden, wird dies den Menschenhandel anheizen. Die Lager werden sofort wieder gefüllt. Diese Menschen werden von organisierten Verbrechergruppen transportiert", betonte der Politiker.
Der Abgeordnete erinnerte zudem, dass die deutsche Regierung Zehntausende von Facharbeitern benötigt und gehofft habe, diese unter den Migranten zu finden. Die meisten Ausländer, die nach Deutschland gekommen seien, hätten jedoch keine Arbeit aufgenommen. "Seitdem sind sieben Jahre vergangen und diese Menschen sind nicht Teil des Arbeitsmarkts. Die deutschen Behörden, die für die Ausbildung dieser Menschen und ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt zuständig sind, haben mitgeteilt, dass etwa 65 Prozent dieser Menschen seit vielen Jahren keine Arbeit gefunden haben", so Kuźmiuk.
Die Bestimmungen des Migrationspakts waren am Donnerstag, trotz des Widerstands Polens und Ungarns, angenommen worden. Laut dem Pakt haben EU-Staaten die Wahl, Migranten, die über das Mittelmeer nach Südeuropa kommen, umzusiedeln, oder rund 20.000 Euro für jede nicht aufgenommene Person zahlen. Polen kritisiert diese Bestimmung und fordert, dass diese Frage von den Staats- und Regierungschefs im Rahmen eines EU-Gipfels besprochen wird, da Entscheidungen dort einstimmig fallen müssen.
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