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Gedenkfeier zum Jahrestag des Warschauer Aufstands

02.08.2023 10:10
Gestern, am 1. August 2023, jährte sich der Beginn des Warschauer Aufstands zum 79. Mal. Bei der Gedenkveranstaltung auf dem Piłsudski-Platz sangen hunderte Warschauerinnen und Warschauer gemeinsam mit Präsident Andrzej Duda, Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und professionellen Musikern Lieder der Aufständischen. 
Gemeinsames Singen bei der Gedenkfeier zum Warschauer Aufstand auf dem Warschauer Pilsudski-Platz
Gemeinsames Singen bei der Gedenkfeier zum Warschauer Aufstand auf dem Warschauer Pilsudski-PlatzPAP/Szymon Pulcyn

Im strömenden Regen sangen Familien, Jugendliche und ältere Menschen, begleitet wurden sie vom Warschauer Chor und Orchester unter der Leitung von Jan Stokłosa. Zum Mitsingen lagen Liederbücher bereit und auch auf den Bildschirmen waren die Texte von "Warszawo, moja Warszawo", "Deszcz jesienny deszcz", "Sanitariuszka Małgorzatka“ und weiteren Liedern zu lesen. Auf dem Platz wehten große weiß-rote Fahnen.

Am Konzert nahmen neben Präsident Andrzej Duda und Premierminister Mateusz Morawiecki auch Warschauer Aufständische teil, darunter Bogumiła Bareńska-Bukowska alias "Wisła", Zofia Czekalska alias "Sosenka", Danuta Dworakowska alias "Lena", Janusz Maksymowicz alias "Janosz", Wiesław Newecki alias „Kogut" und Janusz Walędzik alias „Czarny“. 

Der Moderator der Veranstaltung, Tomasz Wolny, begrüßte sie feierlich mit den Worten: “Ihr seid unser Stolz, unsere Helden, nicht nur des Kampfes auf den Barrikaden, sondern auch als Vorbilder für Zeiten des Friedens (...) Wir wollen eure Werte leben. Wir wollen, zumindest ein bisschen, so sein wie ihr".

In einem Film erinnerte sich die Aufständische Danuta Ambroziewicz: "Bei Ausbruch der Feindseligkeiten am 1. August war ich gezwungen, junge Mädchen zu vereidigen, die aufgrund ihres Alters noch nicht der Heimatarmee angehörten. Es war ein großartiges Erlebnis. Es waren bestimmt zehn Mädchen versammelt, die inmitten von Schüssen und Feuer ihren Eid ablegten“, so die Dame. 

Bevor gemeinsam die Nationalhymne gesungen wurde, bedankte sich Major Jakub Nowakowski alias "Tomek" bei allen Anwesenden: “Danke, dass Sie alle so zahlreich erschienen sind; Danke, dass Sie an uns Lebende und vor allem an die Toten gedacht haben, die jetzt unsere Mehrheit sind“, sagte der Teilnehmer des Warschauer Aufstands. Er betonte: "Wir haben dafür gekämpft, dass ihr heute in einem freien, glücklichen und unabhängigen Polen leben könnt“.

Am 1. August 1944 kämpften etwa 40-50.000 Aufständische in Warschau. Der Aufstand, der für einige Tage geplant war, dauerte über zwei Monate an. Bei den Kämpfen in der Hauptstadt starben etwa 18.000 Aufständische, 25.000 wurden verwundet. Die Verluste in der Zivilbevölkerung waren enorm und beliefen sich auf etwa 180.000 Tote. Die überlebenden Einwohnerinnen und Einwohner Warschaus, etwa 500.000, wurden aus der zerstörten Stadt vertrieben. 

PAP/js