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Ukrainische Kriegswaisen besuchen Warschau

21.01.2024 15:50
Eine Gruppe ukrainischer Jugendlicher, die ihre Väter im Verteidigungskrieg gegen Russland verloren haben, verbrachte das Wochenende in Polens Hauptstadt. Hier bekamen sie einen Computerkurs und besuchten das Warschauer Nationalmuseum. 
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Bild:TRICOLORS/East News

In einem Interview mit dem Polnischen Rundfunk betonten die Jugendlichen aus der Ukraine, es sei sehr wichtig für sie, sich vom andauernden Krieg in ihrem Land zu lösen - und von den damit verbundenen schmerzhaften Erinnerungen.

„Wir kommen aus Wolhynien. Wir hatten so viel Unglück, dass wir unsere Väter verloren haben, aber jetzt haben die Polen uns eine helfende Hand gereicht und uns nach Polen eingeladen. Heute sind wir in Warschau, und dafür sind wir sehr dankbar - denn auf diese Weise öffnen wir uns selbst die Welt. Warschau ist ein sehr schöner Ort, und er hilft uns, uns von den Erinnerungen an die Tragödie zu lösen, die uns unser ganzes Leben lang begleiten wird. Im Moment ist es schwer, die Zukunft vorauszusagen, aber wir alle träumen davon, dass der Krieg zu Ende geht, dass wir gewinnen und dass wir unser Land gemeinsam wiederaufbauen können. Wir sind froh, dass Polen auch in diesem Zusammenhang seine Hilfe anbietet", so die jungen Ukrainer.

Die 24 Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren kamen hauptsächlich aus den Regionen Lwiw und Wolhynien. Ihr Aufenthalt in Warschau wurde durch eine Spendensammlung finanziert, die der Journalist Bartłomiej Wypartowicz von der Internetseite Defence24 im Internet gestartet hatte. Der gespendete Betrag sei höher gewesen als erwartet und habe es erlaubt, mehr Kindern zu helfen und mehr als einen Besuch zu organisieren.

„Für diese Kinder ist es schwierig, ins Erwachsenenleben einzusteigen oder auch nur ein relativ normales Leben zu führen, wenn sie im Krieg einen Elternteil verloren haben. Außerdem befinden sich diese Kinder noch in der Ukraine, wo die Situation schwierig ist. Ab und zu gibt es Luftangriffsalarm, und auch das ist für diese Jugendlichen eine enorme Belastung. Wenn wir also etwas tun können, damit sie sich besser fühlen und zumindest für einen Moment lächeln können, dann tun wir das", sagte Wypartowicz im Gespräch mit der polnischen Presseagentur PAP.

Eine der Initiatorinnen des Besuchs ukrainischer Kinder ist die Mitbegründerin des Vereins für polnisch-ukrainische Versöhnung, Julia Kowaltschuk. Sie arbeitet mit der ehrenamtlichen Stiftung „Kinder der himmlischen Legion" in der Ukraine zusammen, die sich seit 2014 um über 800 Kriegswaisen kümmert.

„Wir sind sehr glücklich, dass wir für eine weitere Gruppe ukrainischer Kinder eine Reise nach Polen planen können. Wir sind auch offen für Vorschläge für die Zukunft, z.B. wenn jemand Geschenke, Süßigkeiten oder Brettspiele zur Verfügung stellen möchte - denn je mehr Unterstützung wir haben, desto mehr Kinder werden wir glücklich machen", sagte Kowaltschuk.

Die polnische Stiftung „W Międzyczasie" (In der Zwischenzeit) ist eine weitere gemeinnützige Organisation, die sich an der Organisation des Besuchs beteiligte. Alle Initiatoren dieser Aktion erklärten, dass sie ihre Arbeit fortsetzen wollen, um Reisen nach Polen für ukrainische Kriegswaisen zu organisieren und ihnen so die Integration mit polnischen Gleichaltrigen zu ermöglichen.


Quellen: PAP, IAR/ps