Der polnische Justizminister und Generalstaatsanwalt Waldemar Żurek hat der ungarischen Regierung vorgeworfen, Moskau näher zu stehen, als Brüssel. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte Żurek, Ungarns Regierungschef Orban wolle die EU von innen sprengen. Seine Politik sei für EU-Bürger inakzeptabel.
Żurek äußerte sich zudem kritisch zur Haltung Budapests gegenüber dem ehemaligen polnischen Justizminister Zbigniew Ziobro und dem früheren Vizeminister Marcin Romanowski. Beide sind in Polen wegen mutmaßlichen Missbrauchs des Justizfonds angeklagt. Wie Reuters erinnert, werden sie von den ungarischen Behörden geschützt.
In den kommenden Wochen soll ein polnisches Gericht entscheiden, ob gegen Ziobro ein Europäischer Haftbefehl ausgestellt wird. Żurek erinnerte daran, dass der Europäische Haftbefehl eine verbindliche Vereinbarung zwischen allen EU-Mitgliedstaaten sei. Die Gewährung von Asyl für Romanowski durch Ungarn stelle aus seiner Sicht einen Bruch dieser Vereinbarung dar.
Polen könnte gezwungen sein, den Umgang Ungarns mit dem Europäischen Haftbefehl auf europäischer Ebene zur Sprache zu bringen, erklärte der Generalstaatsanwalt.
PAP/Reuters/adn