Deutsche Redaktion

Finanzminister: Złoty bleibt in unsicheren Zeiten besser als Euro

29.01.2026 11:51
Polens Finanzminister Andrzej Domański hält einen Beitritt zur Eurozone derzeit nicht für sinnvoll und spricht sich für die Beibehaltung des Złoty aus. Die nationale Währung gebe der polnischen Wirtschaft in Zeiten globaler Unsicherheit mehr Flexibilität, sagte Domański in einem Gespräch mit Euronews im Europäischen Parlament.
Domański: wejście do strefy euro nie jest teraz rozważane
Domański: wejście do strefy euro nie jest teraz rozważaneWOJCIECH STROZYK/REPORTER

„Unsere eigene Währung kann in Krisenzeiten als Puffer dienen und der Wirtschaft helfen, sich zu erholen“, erklärte der Minister. Zwar gebe es auch Argumente für eine Mitgliedschaft in der Eurozone, doch „im Moment ist es für Polen besser, beim Złoty zu bleiben“, so Domański.

Zugleich begrüßte der Finanzminister das am Dienstag unterzeichnete Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien. Es komme zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da die weltweiten Handelsspannungen zunähmen und Europa seine Wirtschaftspartnerschaften diversifizieren müsse. „Polnische Unternehmen expandieren schnell und brauchen neue Märkte“, sagte Domański. Indien biete als dynamische Volkswirtschaft „enormes Potenzial“.

Nach Einschätzung der Europäischen Kommission wird das Abkommen die Zölle auf zahlreiche EU-Produkte deutlich senken und den Zugang zu einem Markt mit rund zwei Milliarden Verbrauchern erleichtern. Warschau sieht darin neue Exportchancen, will den Pakt jedoch noch genauer prüfen.

Vor dem Hintergrund zunehmenden Protektionismus betonte Domański: „Niedrigere Zölle sind immer besser als höhere Zölle.“ Diversifizierung sei entscheidend, Indien sei ein natürlicher Partner mit hohem Wachstumspotenzial.

Polen bleibt dagegen skeptisch gegenüber dem geplanten Handelsabkommen der EU mit dem südamerikanischen Mercosur-Bündnis. Warschau warnt vor möglichen Nachteilen für die eigene Landwirtschaft und drängt auf zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Darüber hinaus bewirbt sich Polen um den Sitz der künftigen Europäischen Zollagentur, die eine zentrale Rolle bei der Kontrolle der EU-Außengrenzen spielen soll. „Polen hat die Zollreform durchgeführt, verfügt über erfahrene Zollbeamte und ausgezeichnete Verkehrsverbindungen“, sagte Domański. Eine Entscheidung über den Standort der Behörde wird im Laufe des Jahres erwartet.


Euronews/PAP/jc

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