Deutsche Redaktion

US-Experte kritisiert ICE-Einsätze als „Jagd auf Tiere“

29.01.2026 13:30
Der polnische USA-Experte Tomasz Płudowski hat das Vorgehen der amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde ICE scharf kritisiert. Die Einsätze der Beamten wirkten „wie eine Jagd auf Tiere“, sagte der Politikwissenschaftler der Nachrichtenagentur PAP. Dies könnte nach seiner Einschätzung auch Auswirkungen auf die Chancen der Republikaner bei den Kongresswahlen im Herbst haben.
Funkcjonariusze, którzy zastrzelili Alexa Prettiego wysłani na urlop
Funkcjonariusze, którzy zastrzelili Alexa Prettiego wysłani na urlopSCOTT OLSON/Getty AFP/East News

„Menschen in den Rücken oder in den Kopf zu schießen, Massenjagden auf offener Straße – das sieht aus wie eine Jagd auf Tiere“, erklärte Płudowski mit Blick auf das Vorgehen der Behörde.

Im Januar hatten ICE-Beamte im US-Bundesstaat Minnesota zwei Menschen erschossen. Die Vorfälle lösten Proteste und eine landesweite Debatte über die Arbeitsweise von ICE aus.

Płudowski sagte, einige Beobachter vermuteten hinter dem harten Vorgehen auch politische Motive. Es könne darauf abzielen, „noch größere Unruhen und Polarisierung“ zu erzeugen, um einen Ausnahmezustand zu rechtfertigen. Dies könne wiederum dazu dienen, die Amtszeit von Präsident Donald Trump zu verlängern und Wahlen zu verschieben.

Der Experte wies darauf hin, dass auch innerhalb der Republikanischen Partei Kritik an den Einsätzen wachse. Besonders die Tötung eines Mannes, der legal bewaffnet gewesen sei und als Krankenpfleger Veteranen betreut habe, könne dem Weltbild vieler Republikaner widersprechen.

Mit Blick auf die Zwischenwahlen im November, bei denen das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt werden, sagte Płudowski: „Midterms sind immer schwierig für den Präsidenten, meist gewinnt die Opposition.“ Sollte Trump verlieren, könne es zu einer politischen Blockade kommen, warnte er.

Auch zu den Präsidentschaftswahlen 2028 äußerte sich Płudowski skeptisch über die Chancen der Demokraten. Kamala Harris habe nach ihrer Niederlage 2024 kaum Aussichten auf einen Sieg. Das Hauptproblem der Partei sei ihr weiterhin zu elitärer Ruf, der die Mittelschicht nicht ausreichend anspreche.


PAP/IAR/jc