Deutsche Redaktion

Tusk warnt vor Verwicklung Polens in Nahost-Konflikt

07.04.2026 06:45
Ministerpräsident Donald Tusk hat die nationalkonservative Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) sowie das Umfeld von Präsident Karol Nawrocki beschuldigt, Polen in einen Krieg im Nahen Osten hineinziehen zu wollen. „Das werde ich nicht zulassen“, schrieb Tusk auf der Plattform X.
Donald Tusk
Donald TuskPAP/Paweł Supernak

Hintergrund ist die anhaltende Diskussion über den Konflikt zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite. Der Konflikt hat weltweit zu einer angespannten Lage auf den Energiemärkten geführt, insbesondere durch die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus durch den Iran. Durch die Meerenge wird etwa ein Fünftel des globalen Öltransports abgewickelt.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt von den Nato-Verbündeten ein stärkeres Engagement zur Sicherung der Schifffahrtsroute gefordert und im Falle ausbleibender Unterstützung sogar mit einem Austritt der USA aus dem Bündnis gedroht. Bislang hat jedoch kein Nato-Staat Kriegsschiffe in die Region entsandt.

Aus dem polnischen Präsidentenlager hieß es, es gebe derzeit keine konkrete Anfrage an Polen zur Entsendung von Truppen. „Weder der Präsident noch die Mehrheit der Polen wollen ein solches Engagement“, sagte Marcin Przydacz, Leiter des Büros für Internationale Politik in der Präsidialkanzlei, dem Sender Polsat News.

Zugleich verwies Przydacz darauf, dass andere Nato-Staaten mit leistungsfähigen Marinen eher in der Lage seien, sich an möglichen Einsätzen in der Straße von Hormus zu beteiligen.


IAR/jc

 

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