Brüssel – Belgien reagiert mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen auf die zunehmende Zahl unbekannter Drohnen über seinem Luftraum. Der Nationale Sicherheitsrat hat beschlossen, die Luftverteidigung auszubauen und kurzfristig ein Nationales Zentrum für Luftraumsicherheit einzurichten. Dieses soll ab Januar die Koordination zwischen Behörden und Sicherheitsdiensten übernehmen und eine schnellere Reaktion ermöglichen.
Die Drohnen konnten bislang nicht identifiziert werden. Politische und militärische Stellen vermuten jedoch eine Verbindung zu Russland. Hintergrund sind Drohungen aus Moskau, sollte Belgien der Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte zur Finanzierung des ukrainischen Wiederaufbaus zustimmen. Es geht um rund 140 Milliarden Euro, die bei der belgischen Abwicklungsstelle Euroclear verwaltet werden.
Zusätzlich kündigte die belgische Regierung ein temporäres Flugverbot für Drohnen über sicherheitsrelevanten Objekten an. Für den Erwerb von Antidronentechnologie – darunter Störsender – sollen kurzfristig rund 50 Millionen Euro bereitgestellt werden.
Die Bundeswehr unterstützt Belgien mit einem Erkundungsteam. Falls notwendig, kann Deutschland weitere Luftwaffeneinheiten entsenden.
Am Donnerstag wurden Drohnen über Flughäfen in Brüssel und Lüttich sowie über dem Kernforschungszentrum und dem Hafen von Antwerpen gesichtet. Bereits zuvor waren militärische Einrichtungen betroffen, darunter eine strategisch wichtige Basis mit US-Atomwaffen und F-16-Kampfjets. Am Freitagmorgen wurde das Gelände des Flughafens Lüttich erneut vorübergehend geschlossen, nachdem dort unidentifizierte Drohnen entdeckt wurden.
IAR/adn