Deutsche Redaktion

Polnischer Boxmeister nach Weißrussland geflohen

01.02.2026 14:00
Der internationale polnische Boxmeister Eugeniusz Makarczuk hat Polen überraschend verlassen und ist nach Weißrussland ausgereist, berichtete der öffentlich-rechtliche Sportsender TVP Sport. Rund um seine Entscheidung gibt es zunehmend Spekulationen über mögliche Verbindungen zu den dortigen Sicherheitsdiensten. Der Sportler hat nicht nur finanzielle Verpflichtungen zurückgelassen, sondern auch zahlreiche unbeantwortete Fragen.
Eugeniusz Makarczuk ist ein 32-jhriger Boxer aus Lida im Gebiet Hrodna in Weirussland. Er wuchs in einem Umfeld mit starken polnischen Traditionen auf, was er in Interviews mehrfach betont habe, schrieb TVP Sport.
Eugeniusz Makarczuk ist ein 32-jähriger Boxer aus Lida im Gebiet Hrodna in Weißrussland. Er wuchs in einem Umfeld mit starken polnischen Traditionen auf, was er in Interviews mehrfach betont habe, schrieb TVP Sport.Polonika Boxing Night/fb

Eugeniusz Makarczuk ist ein 32-jähriger Boxer aus Lida im Gebiet Hrodna in Weißrussland. Er wuchs in einem Umfeld mit starken polnischen Traditionen auf, was er in Interviews mehrfach betont habe, schrieb TVP Sport. Seine Boxkarriere hatte er im Alter von 15 Jahren mit Erfolgen im Amateur- und Profibereich begonnen. In Weißrussland gewann er zwei Medaillen bei Landesmeisterschaften. 2017 startete er seine Profilaufbahn und blieb mit sechs Siegen ungeschlagen.

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Im Herbst 2022 kam Makarczuk nach Polen und erwarb sich dort rasch Anerkennung in der Boxszene. Im Mai 2023 gewann er den Titel des internationalen polnischen Meisters im Junior-Mittelgewicht. Weitere Erfolge, darunter der Gewinn des WBC-CISBB-Gürtels, festigten seine Position im polnischen Boxsport. Anfangs hat sich Makarczuk aktiv am Leben der polnischen Gemeinschaft beteiligt. Er lernte die Sprache, erhielt die Polnische Karte und bemühte sich um einen dauerhaften Aufenthalt. Er erklärte, sein Ziel sei es, für Polen Weltmeister zu werden. Nach einer Serie sportlicher Erfolge ließ sein Engagement jedoch nach.   

Personen aus seinem Umfeld, darunter Manager und Freunde, haben eine Veränderung in seinem Verhalten bemerkt. Er nahm nicht mehr am Polnischunterricht teil, er unterbrach sein Kontakt zur polnischen Gemeinschaft. Nach seinem letzten Kampf in der Schweiz ist er ohne ein Wort verschwunden. In Polen hat er finanzielle Verpflichtungen gegenüber Personen zurückgelassen, die ihn unterstützt haben, berichtete TVP Sport.

Hintergründe der Ausreise und Verdacht auf Zusammenarbeit mit Geheimdiensten
Die Reise Makarczuks nach Weißrussland hat eine Welle von Spekulationen ausgelöst. Ehemalige Weggefährten seien deutlich enttäuscht. Ihnen zufolge könnten hinter der Entscheidung des Boxers weißrussische Geheimdienste stehen. Trotz früherer Aussagen, seine Rückkehr in die Heimat sei wegen angeblicher Verfolgung unmöglich, sei er nach seiner Rückkehr keinerlei Repressionen ausgesetzt worden.

Seine freie Beweglichkeit nach der Rückkehr in Alexander Lukaschenkas Diktatur, darunter ein Aufenthalt in Dubai sowie ein Kampf in Deutschland im Dezember vergangenen Jahres, könnte auf eine Zusammenarbeit mit den dortigen Diensten hindeuten.
Makarczuks Verschwinden hat bei Promotern und Managern für Verwirrung gesorgt. Wie sie betonen, habe der Sportler in Polen nicht nur persönliche Gegenstände, sondern auch seine erkämpften Meisterschaftsgürtel zurückgelassen – ein beispielloser Vorgang. Kontaktversuche bleiben bislang ohne Antwort.

Das polnische Boxumfeld hat Schritte unternommen, um seine Auftritte auf internationaler Ebene zu blockieren. Bislang liegt von der Polnischen Boxunion keine Antwort auf Fragen vor, welches Land Makarczuk bei seinem Kampf in Deutschland vertreten habe. Der Sportler hat dort den WBC-Baltic-Gürtel erkämpft.

RMF24/TVPSport/ps

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