Deutsche Redaktion

Tusk in Kiew: „Es gibt kein sicheres Europa ohne eine unabhängige Ukraine“

05.02.2026 19:25
Polens Ministerpräsident Donald Tusk hat der Ukraine bei einem Besuch in Kiew weitere Unterstützung zugesichert und Russlands Angriffskrieg scharf verurteilt. „Dies ist der Ort auf der Weltkarte, an dem alle sehr klar sehen, was gut und was böse ist. Man kann keine Zweifel daran haben, wen man unterstützen soll“, sagte Tusk bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Premier RP Donald Tusk oraz prezydent Ukrainy Wołodymyr Zełenski podczas konferencji prasowej po spotkaniu w Pałacu Maryjskim w Kijowie
Premier RP Donald Tusk oraz prezydent Ukrainy Wołodymyr Zełenski podczas konferencji prasowej po spotkaniu w Pałacu Maryjskim w KijowiePAP/Paweł Supernak

Tusk erklärte, Polen werde der Ukraine auch weiterhin helfen, insbesondere nach den jüngsten russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur. „Wir stehen zur Verfügung, wenn die Situation weitere Unterstützung bei Energieproblemen erfordert“, sagte er. Zugleich betonte er: „Es gibt kein sicheres Europa ohne eine unabhängige Ukraine.“

Der polnische Regierungschef unterstrich, dass die Unterstützung für Kiew nicht nur eine moralische Verpflichtung sei. „Für Polen ist die Hilfe für die Ukraine ein gemeinsames Interesse, geprägt von gemeinsamer Geschichte und einer gemeinsamen Zukunft“, sagte Tusk. „Es gibt kein sicheres Polen ohne eine unabhängige und sichere Ukraine.“

Beide Seiten unterzeichneten während des Treffens eine gemeinsame Absichtserklärung zur Vertiefung der Zusammenarbeit. Tusk sprach von einem wichtigen Schritt hin zu konkreten Projekten, unter anderem in der Rüstungsproduktion. Ziel sei eine gemeinsame Herstellung von Waffen und Munition in Polen und der Ukraine sowie der Abbau von Hürden beim Technologietransfer.

Tusk kündigte zudem weitere militärische Unterstützung an. Das 47. polnische Hilfspaket im Wert von rund 100 Millionen Zloty, vor allem Munition, sei größtenteils bereits geliefert worden. Ein 48. Paket im Umfang von etwa 200 Millionen Zloty werde derzeit vorbereitet und solle vor allem gepanzerte Fahrzeuge für die ukrainischen Streitkräfte umfassen.


Zur möglichen Lieferung von MiG-29-Kampfjets sagte Tusk, Polen sei grundsätzlich bereit, die Maschinen zu übergeben. „Nicht in allem können wir helfen, aber wenn der Bedarf weiter besteht, ist Polen dazu bereit“, erklärte er. Zugleich verwies er auf Gespräche über einen möglichen Austausch, unter anderem im Bereich ukrainischer Drohnentechnologie.

Mit Blick auf internationale Friedensgespräche betonte Tusk, Polen werde keine Lösung akzeptieren, die den Interessen der Ukraine widerspreche. „Wir werden alles tun, um unsere Partner davon zu überzeugen, dass niemand die Ukraine zu einem für sie nachteiligen Frieden drängen darf“, sagte er.

Der ukrainische Präsident Selenskyj dankte Polen für die Unterstützung. „Polen war und bleibt ein verlässlicher Freund der Ukraine – sowohl jetzt während der russischen Invasion als auch seit der Unabhängigkeit unseres Landes“, sagte er. Zugleich machte er klar: „Russland darf für diesen Krieg nicht belohnt werden.“

Tusk war auf Einladung Selenskyjs nach Kiew gereist. Ein Schwerpunkt des Besuchs lag auch auf dem künftigen Wiederaufbau der Ukraine. Polen bereitet dazu eine internationale Wiederaufbaukonferenz vor, die im Juni in Gdańsk/Danzig stattfinden soll.


PAP/IAR/jc


Selenskyj hofft auf diplomatisches Ende des Krieges im kommenden Jahr

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Tusk gedenkt der Verteidiger der Ukraine

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