Deutsche Redaktion

Europäischer Haftbefehl gegen Ex- Justizminister

11.02.2026 11:29
Die polnische Staatsanwaltschaft hat einen Europäischen Haftbefehl gegen den früheren Justizminister Zbigniew Ziobro beantragt. Das teilte die Nationale Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Der Antrag wurde beim Bezirksgericht Warschau eingereicht.
Jest wniosek o Europejski Nakaz Aresztowania Ziobry
Jest wniosek o Europejski Nakaz Aresztowania ZiobryStach Antkowiak/REPORTER

Ziobro, der im Kabinett der früheren PiS-Regierung als Justizminister amtierte, sieht sich mit 26 Strafvorwürfen konfrontiert. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, rechtswidrige Anweisungen zur Vergabe öffentlicher Gelder aus dem sogenannten Justizfonds erteilt und Ausschreibungsverfahren manipuliert zu haben. Der Fonds dient eigentlich der Unterstützung von Kriminalitätsopfern.

Bereits am 5. Februar hatte das Bezirksgericht Warschau-Mokotów Untersuchungshaft gegen den früheren Minister angeordnet. Das Gericht sah eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er die ihm vorgeworfenen Taten begangen habe. Einen Tag später wurde ein nationaler Haftbefehl ausgestellt.

Nach polnischem Strafprozessrecht können Bezirksgerichte einen Europäischen Haftbefehl erlassen, wenn sich ein Verdächtiger mutmaßlich in einem anderen EU-Staat aufhält. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft seien alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, rechtliche Hindernisse bestünden nicht.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich Ziobro in einem EU-Mitgliedstaat versteckt, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. Sein genauer Aufenthaltsort ist nach offiziellen Angaben unbekannt.

Seit Dezember steht der frühere Minister unter dem Schutz ungarischer Behörden. Der ungarische Botschafter hatte den polnischen Stellen mitgeteilt, dass Ziobro aus Sorge vor politischer Verfolgung Asyl gewährt worden sei.


PAP/jc

„FAZ“ über Ziobro in Budapest: Umgang mit Recht nach eigenem Ermessen

12.11.2025 12:26
Der ehemalige Justizminister Zbigniew Ziobro scheint in Ungarn politisches Asyl zu suchen. Dies berichtet der Kommentator Stephan Loewenstein in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Budapest meldet Asyl für zwei Polen – Namen weiterhin unbekannt

09.01.2026 11:21
In Polen richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf den früheren Justizminister Zbigniew Ziobro, der sich im vergangenen Jahr zeitweise in Budapest aufgehalten hatte. Die polnische Staatsanwaltschaft will Ziobro 26 Straftaten vorlegen, darunter mangelnde Aufsicht über den Justizfonds.

Justizfonds-Affäre: Ex-Justizminister Ziobro bestätigt Asyl in Ungarn

12.01.2026 11:23
In einem umfangreichen Beitrag auf der Plattform X erklärte Ziobro, er sehe sich in Polen politischer Verfolgung ausgesetzt und begründete damit seine Entscheidung, im Ausland zu bleiben. In Polen ermitteln Staatsanwälte gegen den Politiker wegen mutmaßlicher Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von Geldern aus dem Justizfonds.

Außenminister Sikorski: "Korrupter Nationalismus Orbans ist nicht patriotisch"

15.01.2026 11:25
Die Asylgewährung an Ex-Justizminister Ziobro ist ein „ungewöhnlich unfreundliches Signal“ gegenüber Polen und ein Zeichen der Unterstützung für „korrupt-nationalistische Politiker“, so Sikorski im Gespräch mit dem ungarischen Nachrichtenportal 444.hu.