Deutsche Redaktion

Ex-NATO-Chef: Russland wird ein Bündnisland angreifen

12.02.2026 19:00
Der frühere NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen glaubt, Russland werde eines der NATO-Länder angreifen. In einem am Donnerstag in der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ veröffentlichten Interview sagte er, Autofabriken in den Bündnisstaaten sollten mit der Produktion von Militärfahrzeugen beginnen.
Rasmussen zufolge mssen Europas Volkswirtschaften in einen Zustand der Kriegsbereitschaft versetzt werden und ihre strategische Eigenstndigkeit gegenber Washington strken. Automobilunternehmen sollten mit der Produktion von Militrfahrzeugen beginnen.
Rasmussen zufolge müssen Europas Volkswirtschaften in einen Zustand der Kriegsbereitschaft versetzt werden und ihre strategische Eigenständigkeit gegenüber Washington stärken. Automobilunternehmen sollten mit der Produktion von Militärfahrzeugen beginnen.IAR/Łukasz Kowalski

„Unsere Geheimdienste sagen uns, dass Putin noch vor Ende des Jahrzehnts in der Lage sein wird, ein NATO-Land anzugreifen – meiner Ansicht nach sogar früher. Wir haben Übungen auf der Grundlage eines Szenarios durchgeführt, in dem Moskau in Kaliningrad den Ausnahmezustand ausruft und verlangt, über einen Korridor durch Litauen Zugang dorthin zu erhalten. Vilnius lehnt ab, Putin marschiert ein, und die USA greifen nicht ein, weil es sich um eine humanitäre Frage handelt. Ein Angriff könnte sehr schnell erfolgen. Europa ist nicht vorbereitet, und wir haben keinerlei Garantie für Hilfe aus den USA. Deshalb stimme ich Präsident Macron zu, wenn er sagt, dass wir uns in einer Phase der Bedrohung unserer Sicherheit befinden“, sagte Rasmussen. Er fügte hinzu: „Wir müssen unsere Volkswirtschaften in einen Zustand der Kriegsbereitschaft versetzen und unsere strategische Eigenständigkeit gegenüber Washington stärken. Automobilunternehmen sollten mit der Produktion von Militärfahrzeugen beginnen.“

Mit Blick auf Grönland, das Donald Trump übernehmen wolle, erklärte der frühere NATO-Chef und ehemalige dänische Ministerpräsident: „Ich würde es vorziehen, wenn sich die Aufmerksamkeit wieder auf die Ukraine richtete. Aber allein die Tatsache, dass der amerikanische Präsident einem Verbündeten mit militärischen Maßnahmen droht, um Territorium zu erobern, ist erschreckend.“

Nach Ansicht Rasmussens sei die Frage Grönlands noch nicht abgeschlossen. „Trump wird früher oder später darauf zurückkommen. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, das Problem zu lösen: indem man auf amerikanische Bedenken friedlich und diplomatisch reagiert, das Verteidigungsabkommen von 1951 stärkt und eine Vereinbarung über die ausschließliche Förderung von Seltenen Erden durch NATO-Staaten trifft“, sagte er. Der frühere NATO-Chef sei zudem überzeugt, dass es entgegen den vom Präsidenten Trump geäußerten Erwartungen bis Juni keine Einigung zur Ukraine geben wird, weil Wladimir Putin dies nicht wolle.

„Solange er glaubt, auf dem Schlachtfeld gewinnen zu können, wird er keinerlei Motivation für konstruktive Friedensverhandlungen haben. Sein Ziel sind nicht nur Territorien, sondern die Herabstufung der Ukraine zu einem Vasallenstaat“, betonte Fogh Rasmussen. Auf die Frage, ob die NATO überleben könnte, falls Trump Europa nicht zu Hilfe käme, antwortete er: „Nein. Wenn im Falle einer Aggression Artikel 5 nicht angewendet wird, ist die NATO tot. Ebenso, wenn ein Verbündeter das Territorium eines anderen angreift, um es zu erobern.“

PAP/ps

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